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Syntagma Forschung Wien Plattformschrift · v0.1 · 2026 · zur Diskussion gestellt

Die Syntagma-Plattform

Schichtenmodell einer freien Forschungsinfrastruktur — vom Kellerlabor aufwärts, andockend statt doppelt gebaut

Thomas Schüller · Syntagma Forschung Wien · Slug: syntagma-plattform
ORCID 0009-0003-9799-6747 · forschung@tschueller.com · Wien / Tulln, Österreich · Lizenz: CC BY 4.0

Status & Verifikation

Arbeitsstand. Die Angaben zu externen Infrastrukturen (Abschnitt 2, Verweise) entsprechen dem dokumentierten Stand 2025/2026; Octopus wurde aktuell gegenverifiziert, die übrigen sind vor einer Publikationsfassung gegen die Projektseiten zu prüfen. Es wird keine Vollständigkeit der Landschaft behauptet.

1 Der Anspruch: eine Schnittstelle, die es so nicht gibt

Forschung kostet — Zeit, Geräte, Zugang, Wissen um die Wege. Wer sie sich leisten kann, hängt bis heute wesentlich vom Elternhaus, vom Titel und von der Institution ab. Die Syntagma-Plattform richtet sich gegen genau diese Abhängigkeit: eine Bindestelle zwischen Akademikerinnen und Nicht-Akademikern, zwischen Disziplinen, Branchen, Hobby, Privat, Gewerbe und Industrie — ohne Affiliationszwang, ohne Bezahlschranken, ohne Geheimwissen, alle auf demselben Stand. Eigenständig als Werkstatt, zugleich Dach und Hintergrunddienst für andere: Forschungsinput, Vernetzung, Vermittlung, Beratung, Interessenvertretung für offene Wissenschaft. Generalisten suchen Spezialistinnen und andere Generalisten; DIY-Forschung wird mit Institutionen verbunden statt gegen sie gestellt. Radikal offen — und strikt legal: Diamond Open Access statt Umgehung, Offenlegung statt Vorsprung.

2 Ehrliche Landschaft: Vieles existiert schon — und das ist gut

Wer eine freie Forschungsplattform entwirft, muss zuerst anerkennen, was die Open-Science-Welt bereits gebaut hat, und darf es nicht doppeln:

Konsequenz als Bauprinzip: andocken statt doppelt bauen. Identität, DOIs, Metadaten, Publikationskette — das alles wird genutzt, nicht nachgebaut.

3 Was die eigene Werkstatt schon abdeckt

Parallel existiert eine eigene, quelloffene Werkzeug-Familie mit gemeinsamem Austauschformat — Einzelinstrumente, die sich den Stufen der Masterkette bereits zuordnen lassen:

StufeExtern vorhandenEigene WerkzeugeLücke
Zugang / RechercheOpenAlex, DOAJWissensHof (OA-Metasuche, 8 APIs), Recherchetool—
Theorie / AnalyseOctopus (Problem/Hypothese)PRISM, ADP-Linse, Muster-Bibliothek—
ExperimenteLabFTW, protocols.io, GOSH—Anbindung, kein Neubau
Evaluierung / PrüfungPREreview, Octopus-ReviewETHOSLAB, WertKompass, NOSCERE, Iterationsprüfer—
Feintuning / RückführungVersionierung (Zenodo, Git)Werkstatt-Regelkreis, Konkordanz-Methode—
Daten / DatenbankZenodo, DataverseWerkregister, Prüfsummen-Praxis—
Vernetzung / RelationenZitationsgraphen (fachintern)Myzel / Knotenwerkdisziplinübergreifende Relationen
Beteiligung / Reputation—RETURN (Protokoll), Reputationsmodul (in Arbeit)existiert extern nicht
Schnittstelle Akademik↔DIYnur TeilstückeSyntagma als Ganzesdie eigentliche Lücke

4 Die echte Lücke

Ehrlich geprüft bleiben drei Felder, die keine bestehende Plattform besetzt:

  1. Die Gesamtschnittstelle. Es gibt offene Identität, offene Archive, offene Publikationsketten — aber keinen Ort, der Akademik und DIY, Hobby und Industrie, alle Disziplinen und Sprachen als eine durchgehende Kette verbindet, mit Übersetzung und Verständlichkeit als Abnahmekriterium. Die Teile existieren; die Bindestelle fehlt.
  2. Beteiligung bei Monetarisierung. Kein bestehendes System koppelt freie Nutzung mit einem fixen Rückfluss, sobald Geld verdient wird (RETURN, Thesenpapier G3) — die Open-Source-Welt diskutiert Nachhaltigkeit, hat aber keinen ermessensfreien Beteiligungsmechanismus.
  3. Relationen statt Zitate. Zitationsgraphen verbinden Papers innerhalb der Fachwelt; das Knotenwerk verbindet heterogene Werke — Theorie, Gerät, Datensatz, Anleitung — über Disziplin- und Formatgrenzen als explizite, nachschlagbare Beziehungen.

5 Das Schichtenmodell

Daraus folgt die Architektur: unten der transdisziplinäre Haupt-Layer — der offene Zugang für alle, die Verständigungsschicht; darüber die Masterkette Theorie → Experiment → Evaluierung → Feintuning → Daten/Datenbank, rückgekoppelt; quer dazu die beiden Bindeschichten Vernetzung (Knotenwerk, Übersetzung) und Beteiligung (RETURN, Reputation); darunter die Andockpunkte an die offene Welt. Spezialisierungen und Verfeinerungen wachsen schichtweise darüber — nach Bedarf der Fragen, nicht nach Plan.

TheorieExperimentEvaluierungFeintuningDatenDatenbankRückführung — jeder Befund eine Antwort auf ZeitVernetzung — Knotenwerk · ÜbersetzungBeteiligung — RETURN · ReputationTRANSDISZIPLINÄRER HAUPT-LAYERZugang für alle · kein Affiliationszwang · Akademik ↔ DIY · Hobby ↔ IndustrieORCIDDOI · ZenodoOpenAlexOctopusGitAndockpunkte — offene Standards nutzen statt doppelt bauenskalierbar: Kellerlabor → Werkstatt → Campus (jede Stufe voll funktionsfähig)
Abb. 1 — Das Schichtenmodell: Masterkette rückgekoppelt, Bindeschichten Vernetzung und Beteiligung, transdisziplinärer Haupt-Layer, Andockpunkte an offene Standards.

Skalierung ohne Bruch: Dieselbe Struktur trägt vom Kellerlabor über die geteilte Werkstatt bis zum eigenen Campus. Jede Ausbaustufe ist voll funktionsfähig — größer wird nur die Reichweite, nie die Zugangshürde. Kapital sammelt sich dabei anders als gewohnt: nicht als Vorsprung Einzelner, sondern als gemeinsamer Bestand an Geräten, Daten, Werken und Können, offen ausgewiesen — Input und Output transparent.

6 Bauprinzipien

→ Weiterführend

Die Betriebsordnung hinter diesem Modell: Systemschrift „Das Syntagma-System" · die Nutzungsordnung: Thesenpapier „Die Ordnung des Teilens".

§ Verweise (Auswahl, Stand 2025/2026)

Octopus — octopus.ac (Jisc & Octopus Publishing CIC; 8 verknüpfte Publikationstypen, ORCID-Login, kostenfrei, sprachoffen).

Zenodo — zenodo.org (CERN; freie DOIs und Versionierung für alle Forschungsobjekte).

OpenAlex — openalex.org (offener Forschungskatalog mit freier API).

ORCID — orcid.org (freie, dauerhafte Forscher-Kennung ohne Institutionsbindung).

OSF — osf.io (Center for Open Science; Projekte, Präregistrierung).

eLabFTW — elabftw.net (quelloffenes, selbst hostbares Laborbuch) · protocols.io (Methoden).

GOSH — openhardware.science · CERN OHL — ohwr.org (offene Hardware).

Genspace — genspace.org (Community-Lab, New York).

DORA — sfdora.org · CoARA — coara.eu (Reform der Forschungsbewertung) · PREreview — prereview.org.

Syntagma Forschung Wien · Plattformschrift „Die Syntagma-Plattform" v0.1 · CC BY 4.0 Keine Rüstung