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IMMORADAR Benutzerhandbuch

IMMORADAR – Benutzerhandbuch

Immobilien-Marktradar Österreich · Handbuch für die fünf Browser-Anwendungen Radar, Risiko, Projekt, Rechner und Objektakte

Stand des Handbuchs: 2026-10-06 · Anwendungen: Version 0.1 (Prototyp) · Rechtsstand und Datenstand: Sätze und Referenzdaten Stand 2026-09-02


Inhalt

  1. Zweck und Grenzen
  2. Die drei Grundregeln
  3. Begriffe
  4. Allgemeines zur Bedienung
  5. Radar
  6. Risiko
  7. Projekt
  8. Rechner
  9. Objektakte
  10. Verbindung zur Schnittstelle
  11. Datenschutz
  12. Fehlerbilder und Maßnahmen
  13. Rechts-, Steuer- und Gutachtengrenzen
  14. Stand und offene Punkte
  15. Glossar
  16. Weiterführende Quellen

1 Zweck und Grenzen

IMMORADAR unterstützt die Vorauswahl von Immobilien in Österreich. Die fünf Anwendungen helfen dabei, Objekte nach einem Suchprofil zu sortieren (Radar), Risiken strukturiert zu erfassen (Risiko), die Wirtschaftlichkeit einer Entwicklung grob zu überschlagen (Projekt), Finanzierung und Rendite durchzurechnen (Rechner) und alle Teilergebnisse zu einem Urteil mit nächsten Schritten zusammenzuführen (Objektakte).

Das Werkzeug sortiert und erinnert. Es entscheidet nichts. Der Gedanke dahinter: Die Anwendungen beantworten die Frage, ob sich weiterer Aufwand für ein Objekt lohnt, nicht die Frage, ob man es kaufen oder mieten soll.

Was IMMORADAR nicht ist:

Die Anwendungen laufen im Browser. Sie sind unabhängig voneinander aufrufbar; eine Startseite (index.html) verweist auf alle fünf.


2 Die drei Grundregeln

Alle fünf Anwendungen folgen denselben drei Regeln. Wer sie kennt, versteht die meisten Anzeigen.

Regel 1: Ein Wert ohne Quelle fließt nicht in die Bewertung ein. Fehlt für eine Teilnote die belegte Datengrundlage, wird sie nicht geschätzt. Sie wird aus der Gewichtung genommen, die übrigen Gewichte werden auf 100 umgerechnet, und die Anwendung weist aus, wie viel der Gewichtung eine Datenbasis hat (Datenabdeckung). Eine Datenlücke soll nicht als mittelmäßige Bewertung erscheinen. Dieselbe Regel gilt in der Risikoprüfung: Ein ungeprüfter Punkt ist kein unauffälliger Punkt; ein ungeprüfter Baugrund ist kein guter Baugrund.

Regel 2: Ausschlüsse sind keine Punktabzüge. Ein Objekt, das ein hartes Kriterium verletzt (zum Beispiel Lage in der Hochwasserzone HQ30 oder HQ100, oder eine Widmung, die die geplante Nutzung nicht zulässt), wird nicht schlechter bewertet. Es scheidet aus. Wer solche Fälle über Abzüge löst, erhält früher oder später ein Objekt mit gutem Gesamtscore und einem Einzelmangel, der das Vorhaben unmöglich macht.

Regel 3: Ein kritischer Einzelbefund zieht die Ampel auf Rot. Ein einzelner Prüfpunkt auf der Stufe „kritisch“ oder „hoch“ färbt die Ampel rot, auch wenn der Durchschnitt gut ist. Ein Durchschnitt darf einen solchen Befund nicht wegmitteln.

Aus diesen Regeln folgt eine praktische Leseanleitung: Zuerst auf Ausschluss und Ampel schauen, dann auf die Datenabdeckung, erst danach auf die Zahl.


3 Begriffe

Dieser Abschnitt erklärt die Begriffe, die in mehreren Anwendungen vorkommen. Weitere Begriffe stehen im Glossar (Abschnitt 15).

3.1 Score

Ein Score ist eine Zahl von 0 bis 100. Es gibt zwei verschiedene Scores, die man nicht verwechseln sollte:

Die Farbgebung ist in beiden Fällen gleich: ab 70 grün, ab 45 gelb, darunter rot.

3.2 Datenabdeckung

Die Datenabdeckung gibt in Prozent an, welcher Anteil der Gewichtung eine belegte Datengrundlage hat. Beispiel: Hat von den fünf Teilnoten des Radars nur Eignung, Potenzial und Risiko eine Grundlage, und haben diese zusammen 50 der 100 Gewichtungspunkte des Profils, beträgt die Datenabdeckung 50 Prozent. Die Teilnoten Preis und Lage erscheinen dann als „keine Daten“. Das gilt für jede Teilnote: Eignung ohne weiche Kriterien, Potenzial ohne belegten Gebietstrend und Risiko ohne erfasste Risikoangaben erscheinen ebenfalls als „keine Daten“ und werden nicht durch Ersatzwerte ersetzt. Fehlt bei einem harten Kriterium die Angabe, gibt es keinen Ausschluss, aber eine Warnung „nicht prüfbar“, und das Urteil gilt als nicht belastbar.

Zu beachten: Teilnoten, die allein aus den Angaben zum Objekt entstehen (Eignung, Potenzial, Risiko im Radar), zählen immer als belegt. Preis und Lage hängen an Referenzdaten und können fehlen. Eine hohe Datenabdeckung heißt daher nicht, dass alle Angaben zum Objekt stimmen, sondern dass die Bewertung auf allen vorgesehenen Teilnoten beruht.

3.3 Belastbar

Ein Ergebnis gilt als belastbar, wenn die Datenabdeckung mindestens 60 Prozent beträgt. In der Anwendung Risiko kommt hinzu, dass kein Ausschluss vorliegen darf. Ein nicht belastbares Ergebnis ist nicht falsch, aber nur als grobe Sortierung zu lesen. Die Anwendungen kennzeichnen es entsprechend: im Radar durch einen Hinweiskasten („Score nur als grobe Sortierung lesen: …“) und im Kopf der Kachel „belastbar bewertet“, in der Risikoprüfung durch die graue Ampel, in der Objektakte durch das Urteil „Kein Urteil“.

3.4 K.o. und Ausschluss

„K.o.“ (Knock-out) bezeichnet ein hartes Kriterium. Ist es verletzt, scheidet das Objekt aus. Im Radar zeigt die Anwendung dann statt eines Scores die Angabe „K.o.“ und nennt die Gründe („Ausgeschieden: …“). Im Radar kommen K.o.-Gründe aus dem Suchprofil: Objektklasse, Transaktion (Kauf oder Miete), Fläche, Budget und die im Profil hinterlegten harten Kriterien. Ein hartes Kriterium gilt auch dann als verletzt, wenn das betreffende Merkmal beim Objekt nicht angegeben ist: Was nicht belegt ist, erfüllt die Anforderung nicht.

In der Anwendung Risiko gibt es fünf eigene harte Ausschlusskriterien (Hochwasserzone HQ30 oder HQ100, rote Gefahrenzone, Widmung erlaubt die Nutzung nicht, eingetragene Altlast, gesperrte Aufschließungszone). Sie werden getrennt von den Punktwerten geführt, weil sie keine Noten sind.

3.5 Ampel

Die Ampel fasst die Risikoprüfung zusammen. Sie folgt dieser Reihenfolge:

Bedingung (von oben nach unten geprüft) Ampel
Mindestens ein Ausschluss rot
Noch kein Prüfpunkt erfasst grau („keine Aussage“)
Mindestens ein Prüfpunkt auf „kritisch“ oder „hoch“ rot
Abdeckung unter 60 Prozent grau
Score ab 70 grün
Score ab 45 gelb
sonst rot

Die Objektakte verwendet ihre eigene Ampel (Abschnitt 9), die aus dem Urteil folgt.

3.6 Residuum und Residualwertverfahren

Das Residualwertverfahren (nach ÖNORM B 1802-3) beantwortet die Frage, die bei einem Grundstück zuerst kommt: Was darf der Grund kosten, damit sich das Vorhaben noch rechnet? Man rechnet vom erwarteten Veräußerungserlös alle Kosten ab, die das Vorhaben verursacht (Baukosten, Baunebenkosten, Vermarktung, Finanzierung, Entwicklergewinn). Was übrig bleibt, ist das Residuum: der Betrag, der für den Grund tragbar ist. Von diesem Betrag gehen noch die Erwerbsnebenkosten des Grundstücks ab. Der Bodenwert ist hier also das Ergebnis und nicht die Eingabe. Deshalb gibt es keine feste Grundstücksquote am Gesamtinvestment.

Ist das Residuum null oder negativ, trägt das Vorhaben zu den eingegebenen Annahmen keinen Grundstückspreis.

3.7 Schuldendienstquote und verwandte Kennzahlen

Die Schuldendienstquote ist der Anteil der monatlichen Kreditrate am monatlichen Haushaltsnettoeinkommen. Die Anwendung Rechner färbt sie ab 30 Prozent gelb und ab 40 Prozent rot. Die Beleihung ist das Verhältnis von Kredit zu Kaufpreis (rot ab 90 Prozent). Die Eigenmittelquote ist das Verhältnis des Eigenkapitals zur Gesamtinvestition (rot unter 20 Prozent). Die Anwendung nennt dazu als Orientierung: Eigenmittel mindestens 20 Prozent, Schuldendienstquote höchstens 40 Prozent, Laufzeit höchstens 35 Jahre seien übliche Bankmaßstäbe. Verbindlich sind nur die Richtlinien der finanzierenden Bank.


4 Allgemeines zur Bedienung

Aufruf. Jede Anwendung ist eine einzelne HTML-Datei und läuft im Browser. Beim Laden holt sie zwei Bibliotheken (React und ReactDOM) und in der Grundfassung Schriften aus dem Internet (siehe Abschnitt 11). Ohne Internetverbindung bleibt die Seite daher unter Umständen leer oder erscheint ohne die vorgesehene Schrift.

Umschrift. Die Beschriftungen der Oberfläche verwenden an vielen Stellen die Umschrift ae, oe, ue und ss („Pruefpunkte“, „Aufschliessungsabgabe“, „Flaeche“). Dieses Handbuch gibt Beschriftungen in Anführungszeichen so wieder, wie sie auf dem Bildschirm stehen.

Eingabefelder. Zahlenfelder zeigen kleine Pfeile zum schrittweisen Ändern; jede Eingabe wird sofort in alle Ergebnisse übernommen. Es gibt keine Schaltfläche „Berechnen“ und keine Schaltfläche „Speichern“ in den Rechenanwendungen.

Nichts bleibt erhalten. Die Anwendungen legen nichts im Browser ab (kein localStorage, keine Cookies). Wird die Seite neu geladen, kehren alle Eingaben zu den Voreinstellungen zurück. Ausnahme sind Befunde, die die Anwendung Risiko über die Schnittstelle zu einer Objektnummer speichert (Abschnitt 6 und 10).

Beispielwerte. Alle Felder sind mit Beispielwerten vorbelegt. Sie dienen dem Ausprobieren und sind keine Marktdaten.

Farben. Grün bedeutet unauffällig oder gut, Gelb bedeutet Vorsicht, Rot bedeutet kritisch oder Ausschluss, Grau bedeutet keine Aussage möglich.

Statusbänder. Wo die Anwendung eine Verbindung zur Schnittstelle nutzt, zeigt sie in einem farbigen Band, woher die Daten stammen und ob etwas gespeichert wurde (Abschnitt 10 und Anhang B). Ein solches Band ist eine Information und kein Schönheitsfehler. Es darf nicht übersehen werden.


5 Radar

Das Radar sortiert Objekte nach einem Suchprofil. Es zeigt eine schematische Karte, eine Trefferliste, die Profile mit ihren Gewichtungen und die Meldungen.

5.1 Aufbau der Seite

Im Kopf steht „IMMORADAR“ und der Versionshinweis („v0.1 · Prototyp · Beispieldaten · Stand 2026-09-02“). Rechts daneben liegen vier Reiter: „Radar“, „Liste“, „Profile“ und „Meldungen“.

Darunter folgt die Zeile mit der Auswahl „Suchprofil“. Jeder Eintrag beginnt mit einem Punkt: ein gefüllter Kreis (●) steht für ein aktives, ein leerer Kreis (○) für ein inaktives Profil. Daneben steht das Kontrollkästchen „ausgeschiedene zeigen“. Ist es nicht angehakt, bleiben Objekte, die ein K.o.-Kriterium verletzen, ausgeblendet.

Unter der Profilzeile erscheint, falls nötig, das Statusband zur Datenherkunft (Abschnitt 10), und darunter liegen sechs Kacheln:

Kachel Bedeutung
„Objekte im Lager“ Anzahl aller geladenen Objekte
„passend zum Profil“ Objekte ohne K.o.-Grund
„Treffer ≥ N“ passende Objekte, deren Score die Meldeschwelle N des Profils erreicht
„offene Meldungen“ Anzahl der Meldungen im Reiter „Meldungen“
„Watcher“ „laeuft, 6 h“ bei aktivem Profil, sonst „pausiert“
„belastbar bewertet“ passende Objekte mit Datenabdeckung ab 60 Prozent, im Verhältnis zu allen passenden

5.2 Ansicht „Radar“

Links liegt eine schematische Karte. Sie ist keine Landkarte mit Kartendienst, sondern eine vereinfachte Zeichnung eines festen Ausschnitts mit einem Flusslauf und einigen Ortsnamen. Jedes Objekt erscheint als Punkt: grün ab Score 70, gelb ab 45, rot darunter. Ausgeschiedene Objekte sind grau und mit einem „ד markiert. Ein Klick auf einen Punkt wählt das Objekt aus. Unter der Karte stehen die ersten sechs Objekte als Liste mit Titel, Gemeinde, Fläche, Preis (bei Miete mit „/Mo“) und Score.

Rechts steht die Detailansicht des gewählten Objekts:

5.3 Ansicht „Liste“

Die Liste zeigt alle sichtbaren Objekte mit den Spalten „Score“, „Objekt“, „Gemeinde“, „m2“, „Preis“, „vs. Ref.“ (Abweichung vom Referenzpreis) und „Daten“ (Datenabdeckung). Bei ausgeschiedenen Objekten stehen die Gründe in Rot hinter dem Titel. Ein Klick auf eine Zeile wechselt in die Ansicht „Radar“ und wählt das Objekt aus.

5.4 Ansicht „Profile“

Hier steht für jedes Suchprofil eine Karte mit Name, Kontrollkästchen „aktiv“, Schildern (Nutzungsart, Objektklasse, Transaktion, Flächenspanne, Budget), Reglern für die Gewichtung (Preis, Lage, Eignung, Potenzial, Risiko; je 0 bis 60) und dem Regler „melden ab“ (30 bis 95). Über der Reglergruppe steht „Gewichtung (Summe N“, bei einer Summe ungleich 100 ergänzt um „ – sollte 100 sein“. Darunter folgen die Listen „K.o.-Kriterien“ und „Wunschkriterien (Punkte)“, die in dieser Anwendung nur angezeigt und nicht bearbeitet werden.

Änderungen an Gewichtung, Meldeschwelle und „aktiv“ wirken sofort auf Score, Trefferzahl und Meldungen. Sie gelten nur für die laufende Sitzung. Beim Neuladen der Seite stehen wieder die Voreinstellungen. Ein Speichern in die Schnittstelle ist in der Anwendung nicht vorgesehen.

5.5 Ansicht „Meldungen“

Die Meldungen werden in der Anwendung selbst aus den Objektdaten abgeleitet. Es gibt drei Arten:

Ausgeschiedene Objekte erzeugen keine Meldung. Die Meldungen sind nach Score geordnet. Ein Klick wechselt zum Objekt in der Ansicht „Radar“. Gibt es keine Meldung, steht dort: „Keine Meldungen für dieses Profil. Meldeschwelle senken oder Kriterien lockern.“

5.6 Schritt für Schritt

  1. Seite öffnen. Das Statusband zeigt, ob echte oder Beispieldaten angezeigt werden (Abschnitt 10).
  2. Unter „Suchprofil“ das passende Profil wählen. Die Voreinstellung enthält drei Beispielprofile: Gewerbefläche zur Miete, Bauland zum Kauf und Wohnung zum Kauf (Letzteres inaktiv).
  3. Auf der Kachelzeile prüfen, wie viele Objekte passen und wie viele davon belastbar bewertet sind.
  4. In der Ansicht „Radar“ ein Objekt wählen und in der Detailansicht zuerst den Hinweiskasten und die Zeile „Ausgeschieden“ lesen, dann die Balken, dann den Gesamtscore.
  5. Über den Reiter „Profile“ die Gewichtung anpassen, um zu sehen, wie empfindlich die Reihenfolge darauf reagiert.
  6. Mit „ausgeschiedene zeigen“ prüfen, welche Objekte aus welchem Grund herausgefallen sind.

5.7 Beispiel

Das erste Beispielobjekt ist eine Werkstatthalle zur Miete mit 140 m² und 1.050 Euro im Monat; gewählt ist das Profil für Gewerbeflächen zur Miete. Das Objekt erfüllt alle harten Kriterien des Profils (Anschlusswert, Widmung, keine Hochwasserzone HQ30 oder HQ100) sowie Fläche und Budget. Es erreicht alle fünf Wunschkriterien; die Teilnote Eignung beträgt daher 100. Das Potenzial beträgt 40 (Grundwert ohne Gebietstrend), das Risiko 100.

Für Gewerbemieten gibt es keine belegte Preisreferenz, und für das Gebiet ist kein Lagewert hinterlegt. „Preis“ und „Lage“ erscheinen deshalb als „keine Daten“. Von den 100 Gewichtungspunkten des Profils behalten Eignung (35), Potenzial (5) und Risiko (10) ihre Grundlage: Die Datenabdeckung beträgt 50 Prozent. Der Score ergibt sich aus (100 × 35 + 40 × 5 + 100 × 10) ÷ 50 = 94. Trotz der hohen Zahl ist das Ergebnis nicht belastbar, und die Anwendung sagt es mit dem Hinweiskasten. Genau dieses Muster, hohe Punktzahl bei niedriger Abdeckung, soll die Anzeige sichtbar machen.

5.8 Grenzen des Radars


6 Risiko

Die Anwendung Risiko führt durch 36 Prüfpunkte in neun Risikofeldern und fünf harte Ausschlusskriterien. Das Ergebnis ist eine Ampel, ein Risikoscore und eine Liste dessen, was noch zu prüfen ist. Die Systematik folgt der Fachliteratur zur Immobilienökonomie (siehe Abschnitt 16).

6.1 Aufbau der Seite

Im Kopf steht „Risiko v0.1 - neun Felder, 36 Pruefpunkte, fuenf harte Ausschluesse“ und rechts die Reiter „Erfassung“, „Ergebnis“ und „Checkliste“.

Darunter liegt das Feld „Objektnummer (leer = nur lokal)“ mit dem Platzhalter „z. B. 17“. Ohne Objektnummer arbeitet die Anwendung nur in der Maske. Mit Objektnummer und erreichbarer Schnittstelle lädt sie die gespeicherten Befunde zu diesem Objekt und speichert jede Änderung sofort. Daneben steht das Speicherband (Abschnitt 10).

Es folgt die Ampel. Sie zeigt den Risikoscore, bei Ausschluss das Wort „AUSSCHLUSS“, ohne erfasste Befunde „keine Aussage“. Darunter steht „Risikoscore, hoch = wenig Risiko“ beziehungsweise „K.o.-Kriterium erfuellt“ und „Abdeckung N %“.

Neben der Ampel liegt das Feld „Harte Ausschlusskriterien“ mit fünf Auswahllisten:

Beschriftung Auswahl Ausschluss bei
„Hochwasserzone“ unbekannt, keine, HQ300, HQ100, HQ30 HQ100 oder HQ30
„Gefahrenzone WLV“ unbekannt, keine, gelb, rot rot
„Widmung erlaubt Nutzung“ unbekannt, ja, nein nein
„Altlast eingetragen“ unbekannt, nein, ja ja
„Aufschliessungszone gesperrt“ unbekannt, nein, ja ja

Greift ein Ausschluss, erscheint ein roter Kasten „Ausschluss“ mit den Begründungen und dem Satz „Der Risikoscore ist damit ohne Bedeutung.“

6.2 Reiter „Erfassung“

Die 36 Prüfpunkte stehen in neun Karten, nach Gewicht geordnet (Anhang A). Jede Zeile enthält die Bezeichnung des Prüfpunkts, darunter die Quelle, über die er zu prüfen ist, einen Schieberegler von 0 bis 5, die Stufe als Wort und eine kleine Schaltfläche.

Die Stufen lauten: 0 „kritisch“, 1 „hoch“, 2 „erhoeht“, 3 „mittel“, 4 „gering“, 5 „unauffaellig“. Der Prüfpunkt beschreibt dabei immer den gewünschten Zustand (zum Beispiel „Bodentragfaehigkeit ausreichend“); „unauffaellig“ heißt, dass dieser Zustand gesichert vorliegt, „kritisch“, dass er klar nicht vorliegt.

Oberhalb der Karten stehen die Schaltflächen „alles zuruecksetzen“ (alle Prüfpunkte auf „ungeprueft“) und „alles auf mittel“ (alle Prüfpunkte auf 3), das Kontrollkästchen „nur ungepruefte zeigen“ und rechts die Zählung „N von 36 Pruefpunkten erfasst“. Die beiden Sammelschaltflächen wirken nur in der Maske und werden nicht zu einer Objektnummer gespeichert.

Vorsicht bei „alles auf mittel“: Die Schaltfläche füllt alle 36 Punkte mit einem Wert, obwohl nichts geprüft wurde. Das Ergebnis sieht dann belastbar aus, ist es aber nicht. Die Funktion eignet sich nur, um schnell ein Ausgangsbild zu erzeugen, das anschließend Punkt für Punkt überschrieben wird.

6.3 Reiter „Ergebnis“

Links steht die Karte „Risikofelder“ mit einem Balken je Risikofeld (Wert von 0 bis 100 oder „ungeprueft“) und dem Gewicht des Felds in der rechten Spalte. Rechts steht die Karte „Befunde“: oben die „kritischen Punkte“ mit Angabe, worüber der Punkt zu prüfen ist, darunter die Liste „ungeprueft (N)“. Sind alle Punkte erfasst, steht dort „alle Pruefpunkte erfasst“.

6.4 Reiter „Checkliste“

Die Checkliste ist eine Due-Diligence-Liste mit den Spalten „Feld“, „zu pruefen“, „Quelle“ und „Status“. Der Status zeigt „offen“ oder die erfasste Stufe. Ist zu einem Befund eine eigene Quelle gespeichert, steht sie anstelle der Standardquelle. Die Liste ist nach dem Gewicht der Felder sortiert.

6.5 Wie der Score entsteht

Je Risikofeld wird der Mittelwert der erfassten Prüfpunkte gebildet und mit 20 multipliziert (Wert 0 bis 100). Der Risikoscore ist der gewichtete Mittelwert der Felder, die mindestens einen erfassten Punkt haben. Felder ohne erfasste Punkte werden nicht mitgezählt, ihr Gewicht fällt aus. Die Abdeckung ist der Anteil der Feldgewichte, die mitgezählt werden, an der Summe aller Feldgewichte.

Risikofeld Gewicht Prüfpunkte
Rechtsrisiko 16 9
Umwelt und Altlasten 14 4
Naturgefahren 14 3
Baugrund 12 3
Bausubstanz 12 5
Standort 10 3
Markt 8 3
Entwicklung und Bau 8 3
Betrieb und Nutzung 6 3

Das Gewicht gilt je Feld, nicht je Prüfpunkt. Ein Feld mit wenigen Prüfpunkten (zum Beispiel Naturgefahren mit drei) zählt also ebenso viel wie bei vollständiger Erfassung. Wer nur einen von drei Punkten erfasst, gibt dem Feld das Gewicht aller drei.

6.6 Schritt für Schritt

  1. Optional: eine Objektnummer eintragen, wenn die Schnittstelle verfügbar ist und das Objekt dort angelegt wurde. Das Speicherband zeigt, ob die Befunde geladen wurden.
  2. Im Reiter „Erfassung“ die Prüfpunkte der Reihe nach durcharbeiten. Nur erfassen, was tatsächlich geprüft wurde. Für jeden Punkt die genannte Quelle verwenden.
  3. Die fünf Ausschlusskriterien ausfüllen, sobald die Auskünfte vorliegen. „unbekannt“ bleibt stehen, bis die Auskunft vorliegt.
  4. Im Reiter „Ergebnis“ die kritischen Punkte und die Liste „ungeprueft“ lesen.
  5. Mit der Checkliste die offenen Prüfungen abarbeiten.

6.7 Beispiel

Alle 36 Prüfpunkte stehen auf „gering“ (4). Jedes Feld erreicht 80, der Risikoscore beträgt 80, die Abdeckung 100 Prozent, die Ampel ist grün. Nun wird der Punkt „keine Kontamination im Boden“ auf „kritisch“ (0) gesetzt. Das Feld „Umwelt und Altlasten“ sinkt auf 60, der Score auf 77: Er ist weiterhin gut. Die Ampel springt trotzdem auf Rot, und der Punkt erscheint unter „kritische Punkte“ mit dem Hinweis „pruefen ueber: Bodenprobe, Vornutzung pruefen“. Das ist Regel 3 in Aktion.

Zweites Beispiel: Werden nur die Felder Rechtsrisiko, Umwelt und Altlasten und Naturgefahren mit je „gering“ erfasst, beträgt der Score ebenfalls 80, die Abdeckung aber nur 44 Prozent. Die Ampel bleibt grau. Ein ungeprüfter Baugrund ist kein guter Baugrund.

Drittes Beispiel: Zusätzlich zu den 36 guten Werten wird „Hochwasserzone“ auf HQ100 gestellt. Die Ampel wird rot, statt des Scores steht „AUSSCHLUSS“, und die Begründung nennt die fehlende Versicherbarkeit, Finanzierbarkeit und Bebaubarkeit.


7 Projekt

Die Anwendung Projekt überschlägt die Wirtschaftlichkeit eines Grundstücks mit Entwicklungsabsicht: Wie viel darf gebaut werden, welche Aufschließungsabgabe fällt an, und was darf der Grund unter den eingegebenen Annahmen kosten? Rechtsgrundlagen sind die NÖ Bauordnung 2014 (§§ 4, 38, 50, 54), das NÖ Raumordnungsgesetz 2014 (§ 31) und die ÖNORM B 1802-3.

Wichtig: Die Bestimmungen zu Bauklassen, Geschoßflächenzahl und Aufschließungsabgabe in dieser Anwendung beziehen sich auf Niederösterreich. Für andere Bundesländer sind die Regeln nicht hinterlegt.

7.1 Eingabefelder

Oben stehen zwei Eingabezeilen.

Erste Zeile (Grundstück und Bestimmungen):

Beschriftung Bedeutung Voreinstellung
„Bauplatzflaeche m2“ Größe des Bauplatzes 900
„Geschossflaechenzahl (0 = unbekannt)“ zulässige Geschoßfläche je m² Bauplatz 0,6
„Bebauungsdichte (0 = unbekannt)“ zulässiger bebaubarer Anteil des Bauplatzes 0,3
„Bauklasse nach § 31 NOE ROG“ Auswahl „BK 1“ bis „BK 6“ mit Höhenstufe (zum Beispiel „BK 2 - ueber 5 bis 8 m“) BK 2
„Nutzung“ Auswahl werkstatt, halle, lager, buero, handel, wohnung, haus, gastro werkstatt

Zweite Zeile (Kosten und Erlös):

Beschriftung Voreinstellung
„Baukosten EUR/m2 Nutzflaeche“ 1.800
„Erloes EUR/m2 Nutzflaeche“ 2.950
„Baunebenkosten %“ 18
„Entwicklergewinn % vom Erloes“ 15
„Finanzierung %“ 6
„Vermarktung %“ 3,5

Die Erwerbsnebenkosten für den Grund sind in der Anwendung mit 10 Prozent fest hinterlegt und nicht als Feld einstellbar.

7.2 Die Ergebnisfelder

„Bebauungspotenzial“. Aus Bauplatzfläche, Geschoßflächenzahl, Bebauungsdichte und Geschoßzahl (aus der Bauklasse abgeleitet) ergibt sich die Bruttogeschossfläche. Liegen Geschoßflächenzahl und Bebauungsdichte vor, gilt der kleinere der beiden Werte, weil die Bestimmungen kumulativ wirken. Die Nutzfläche folgt aus der Bruttogeschossfläche und einem Nutzflächenfaktor je Nutzung (werkstatt 0,88; halle 0,92; lager 0,92; buero 0,80; handel 0,85; wohnung 0,78; haus 0,82; gastro 0,78). Die Faktoren sind Planungsfaustwerte und keine Normgrößen. Die Geschoßzahl je Bauklasse ist ein Richtwert (BK 1 bis BK 6 entsprechen 1 bis 6 Geschoßen); maßgeblich ist die zulässige Gebäudehöhe. Bauwich (§ 50 NÖ BO 2014) und Stellplatzverpflichtung sind nicht gerechnet und können das Ergebnis deutlich senken.

Sind weder Geschoßflächenzahl noch Bebauungsdichte bekannt (beide 0), erscheint ein Hinweis: Ohne Bebauungsplan gilt das Einfügungsgebot nach § 54 NÖ BO 2014; die zulässige Kubatur ergibt sich dann aus der Umgebungsbebauung und ist nur über eine Bauvoranfrage verlässlich zu klären.

„Aufschliessungsabgabe § 38 NOE BO 2014“. Die Abgabe ergibt sich aus der Berechnungslänge (Wurzel der Bauplatzfläche) mal Koeffizient der Bauklasse mal Einheitssatz. Der Koeffizient beträgt je Bauklasse 1,00 (BK 1), 1,25 (BK 2), 1,50 (BK 3), 1,75 (BK 4), 2,00 (BK 5) und 2,25 (BK 6). Die Auswahl „Beispielgemeinde“ füllt das Feld „Einheitssatz EUR“ mit einem Beispielwert (510 bis 759 Euro für die fünf hinterlegten Beispielgemeinden). Der Einheitssatz wird von der Gemeinde festgelegt und ist bei dieser zu erfragen; er schwankt erheblich. Kanaleinmündungs- und Wasseranschlussabgabe sind nicht enthalten. Bei späterer Höherbebauung fällt die Ergänzungsabgabe nach § 39 NÖ BO 2014 an.

„Residualwert nach OENORM B 1802-3“. Zeilen: „Veraeusserungserloes“, „Baukosten“, „Baunebenkosten“, „Vermarktung“, „Finanzierung“, „Entwicklergewinn“, „Erwerbsnebenkosten Grund“, „Residuum (tragbarer Grundwert)“, „je m2 Bauplatz“ und „abzueglich Aufschliessungsabgabe“. Ist das Residuum null oder negativ, erscheint ein roter Hinweis.

„Wo der Erloes hingeht“. Ein Balkendiagramm zeigt, wie der Veräußerungserlös auf die Kostenposten und das Residuum aufgeteilt wird.

„Szenarien und Sensitivitaet“. Zwei Felder, „Abweichung Baukosten %“ (15) und „Abweichung Erloes %“ (10), erzeugen drei Fälle: „best“ (Baukosten niedriger, Erlös höher), „base“ (Basisfall) und „worst“ (Baukosten höher, Erlös niedriger). Darunter zeigt die „Sensitivitaet Baukosten“ das Residuum bei Baukosten von −20, −10, 0, +10 und +20 Prozent. Die Abweichungen sind gesetzte Annahmen und keine Marktdaten. Als Orientierung nennt die Anwendung die Literaturbandbreite von 10 bis 20 Prozent des Veräußerungserlöses für den Entwicklergewinn bei einfachen Überschlagsrechnungen (Bienert und Steixner).

7.3 Schritt für Schritt

  1. Bauplatzfläche eintragen. Geschoßflächenzahl, Bebauungsdichte und Bauklasse aus dem Flächenwidmungs- und Bebauungsplan der Gemeinde übernehmen, nicht schätzen. Ist eine Angabe unbekannt, 0 eintragen.
  2. Nutzung wählen.
  3. Baukosten und Erlös je m² Nutzfläche eintragen. Die Anwendung schätzt diese Werte nicht; Baukosten für Gewerbehallen und Bürogebäude ließen sich für Österreich nicht belastbar belegen.
  4. Prozentsätze prüfen und an das Vorhaben anpassen.
  5. Beispielgemeinde wählen oder den Einheitssatz der tatsächlichen Gemeinde eintragen.
  6. Residuum, Wert je m² Bauplatz und Wert nach Abzug der Aufschließungsabgabe lesen und mit dem geforderten Grundpreis vergleichen.
  7. Szenarien und Sensitivität prüfen: Trägt das Vorhaben auch im „worst“-Fall?

7.4 Beispiel

Mit den Voreinstellungen (900 m², Geschoßflächenzahl 0,6, Bebauungsdichte 0,3, Bauklasse 2, Nutzung werkstatt):

Szenarien: „best“ rund 315.771 Euro, „base“ rund 66.014 Euro, „worst“ rund −183.743 Euro. Die Sensitivität zeigt, wie empfindlich das Ergebnis ist: Steigen die Baukosten um 10 Prozent, kippt das Residuum auf rund −31.248 Euro. Ein Vorhaben mit so kleinem Spielraum trägt keinen Fehler in der Baukostenschätzung.


8 Rechner

Der Rechner führt Kaufnebenkosten, Finanzierung mit Stresstest, Mietrendite und den Vergleich Miete gegen Kauf zusammen.

8.1 Eingabefelder

Drei Zeilen oben, eine Zeile für die Nebenkosten, und zwei Felder in der Karte „Mietrendite“.

Zeile Beschriftung (Voreinstellung)
Finanzierung „Kaufpreis“ (350.000), „Eigenkapital“ (90.000), „Zins % p.a.“ (3,6), „Laufzeit Jahre“ (25), „Nettoeinkommen/Monat (Haushalt)“ (3.200)
Vergleich „Vergleichsmiete/Monat (oder erzielbare Miete)“ (1.400), „Mietsteigerung % p.a.“ (2), „Wertsteigerung % p.a.“ (1,5), „Instandhaltung % Kaufpreis p.a.“ (1), „Horizont Jahre“ (20)
Nebenkosten „GrESt %“ (3,5), „Eintragung %“ (1,1), „Pfandrecht % (auf Kredit)“ (1,2), „Vertrag/Treuhand %“ (2), „Makler % (+20 % USt)“ (3), Kontrollkästchen „mit Makler“
Karte „Mietrendite (bei Vermietung)“ „Bewirtschaftung % der Miete“ (20), „Leerstand %“ (4)

Die Nebenkostensätze sind Eingabefelder, weil sie sich ändern. Sie sind vor jeder Verwendung gegen den aktuellen Stand zu prüfen. GrESt bedeutet Grunderwerbsteuer; die Eintragungsgebühr für das Eigentumsrecht und die Pfandrechtsgebühr für die Hypothek sind Gerichtsgebühren.

8.2 Die Ergebniskarten

„Kaufnebenkosten“: Grunderwerbsteuer, Eintragung Grundbuch, Pfandrecht (bezogen auf den Kredit), Vertrag/Treuhand, Makler inklusive Umsatzsteuer, die Summe (mit Prozentanteil am Kaufpreis) und die Gesamtinvestition.

„Finanzierung“: Kreditbedarf (Kaufpreis plus Nebenkosten minus Eigenkapital), Beleihung, Eigenmittelquote, „Rate/Monat“, „Rate bei Zins +3 Pp“ (Stresstest) und Schuldendienstquote. Die Farben folgen Abschnitt 3.7.

„Mietrendite (bei Vermietung)“: Bruttorendite (Jahresmiete im Verhältnis zur Gesamtinvestition), Nettorendite (nach Leerstand und Bewirtschaftung; grün ab 3,5 Prozent), Kaufpreisfaktor (Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete) und „Cashflow/Monat nach Rate“.

„Miete vs. Kauf über N Jahren“: Objektwert am Ende, Restschuld am Ende, „Ausgaben Kauf (Raten + Instandhaltung + EK)“, „Ausgaben Miete (kumuliert)“ und „Vermögensdifferenz Kauf − Miete“, dazu ein Linienbild („Kauf (Vermögen)“ gegen „Miete (kumulierte Ausgaben)“). Es handelt sich um ein Grobmodell ohne Alternativverzinsung des Eigenkapitals, ohne Steuern (Immobilienertragsteuer, Einkommensteuer auf Mieteinnahmen) und ohne Sanierungsstau.

8.3 Schritt für Schritt

  1. Kaufpreis, Eigenkapital, Zins und Laufzeit eintragen.
  2. Haushaltsnettoeinkommen eintragen, damit die Schuldendienstquote aussagekräftig ist.
  3. Nebenkostensätze gegen den aktuellen Stand prüfen; „mit Makler“ an- oder abwählen.
  4. Karte „Finanzierung“ lesen: Beleihung, Eigenmittelquote, Rate, Stressrate, Schuldendienstquote.
  5. Bei Vermietungsabsicht Miete, Bewirtschaftung und Leerstand eintragen und die Karte „Mietrendite“ lesen.
  6. Für den Vergleich Miete gegen Kauf Mietsteigerung, Wertsteigerung, Instandhaltung und Horizont einstellen.

8.4 Beispiel

Mit den Voreinstellungen ergeben sich:

8.5 Abgleich mit der Schnittstelle

Der Rechner rechnet die monatliche Rate zusätzlich über die Schnittstelle nach und zeigt das Ergebnis in einem Band über den Eingabefeldern (Abschnitt 10). Das Band erscheint nur, wenn ein Abgleich möglich war oder die Schnittstelle fehlt.


9 Objektakte

Die Objektakte führt Passung, Risiko, Wirtschaftlichkeit und Finanzierung zu einem Urteil mit nächsten Schritten zusammen. Sie rechnet die drei Teilergebnisse nicht zu einem Durchschnitt, sondern entscheidet nach einer festen Rangfolge. Der Grund: Passung 90, Risiko 40 und ein negatives Residuum ergäben gemittelt 65. Das wäre die Empfehlung für ein Objekt, das man nicht kaufen soll.

9.1 Die Rangfolge

  1. Ausschluss schlägt alles. Ein K.o.-Kriterium beendet die Prüfung.
  2. Wirtschaftlichkeit schlägt Passung. Ein negatives Residuum, ein Grundpreis über dem tragbaren Wert oder eine Rate über der Schuldendienstgrenze ist ein Stopp, kein Abzug.
  3. Ein kritischer Einzelbefund schlägt einen guten Durchschnitt.
  4. Erst danach entscheiden Passung und Risiko gemeinsam.
  5. Ist die Datenlage zu dünn, gibt es kein Urteil, sondern eine Arbeitsliste.

Die Anwendung prüft in der Reihenfolge 1, 2, 3, dann 5 (Datenlage), dann 4. Im Feld „Welche Regel gegriffen hat“ ist die zutreffende Regel hervorgehoben.

9.2 Die sechs Urteile

Urteil (Anzeige) Ampel Wann
„Ausschluss - nicht weiterverfolgen“ rot ein K.o.-Kriterium aus Risiko oder Suchprofil
„Stopp - rechnet sich zu diesen Annahmen nicht“ rot Residuum null oder negativ, geforderter Grundpreis über dem tragbaren Wert, oder Schuldendienstquote über 40 Prozent
„Pruefen - kritischer Einzelbefund vor jeder weiteren Zusage klaeren“ rot mindestens ein Prüfpunkt auf „kritisch“ oder „hoch“
„Kein Urteil - Datenlage zu duenn“ grau gemeinsame Datenabdeckung unter 60 Prozent
„Beobachten - tragfaehig, aber nicht ueberzeugend“ gelb Passung oder Risiko unter 65
„Verfolgen - Besichtigung und Due Diligence sinnvoll“ grün Passung und Risiko ab 65 (soweit vorhanden)

Die gemeinsame Datenabdeckung ist der Mittelwert aus der Abdeckung der Bewertung und der Abdeckung der Risikoprüfung.

9.3 Aufbau der Seite

Oben stehen zwei Felder: „Objektnummer (leer = Probe)“ und „Suchprofil (optional)“. Daneben liegt das Herkunftsband (Abschnitt 10): Es sagt, ob das Urteil aus einer gespeicherten Akte stammt oder eine Probe aus Handeingaben ist.

Darunter stehen die Objektangaben „Objekt“, „Gemeinde“, „Flaeche m2“ und „Preis EUR“. Sie erscheinen im Exposé.

Danach folgen links das Urteil mit Ampelpunkt und „gemeinsame Datenabdeckung N %“ und rechts die Karte „Welche Regel gegriffen hat“ mit den fünf Regeln.

Darunter liegen zwei Karten:

Am Ende steht das „Expose“ mit der Schaltfläche „anzeigen“ (nach dem Öffnen: „einklappen“). Das Exposé ist ein Markdown-Text mit Objektdaten, Begründung, nächsten Schritten, Datenlage und den Vorbehalten. Es lässt sich markieren und kopieren. Das Exposé trägt seine Grenzen selbst: Datenlage, Vorbehalt zur Widmung und der Hinweis, dass Grundbuch, Sachverständiger und Rechtsanwalt vor der Kaufentscheidung stehen.

9.4 Zwei Betriebsarten: Probe und gespeicherte Akte

9.5 Schritt für Schritt

  1. Mit einer Probe beginnen: Objektangaben eintragen und die Eingangsgrößen aus Radar, Risiko, Projekt und Rechner übernehmen (Passung und Abdeckung aus dem Radar; Risikoscore, Abdeckung und offene Punkte aus der Risikoprüfung; Residuum und tragbaren Wert aus dem Projekt; Schuldendienstquote aus dem Rechner).
  2. Urteil, Begründung und nächste Schritte lesen. Prüfen, welche Regel gegriffen hat.
  3. Mit „K.o. gesetzt“ und „kritischer Einzelbefund“ ausprobieren, wie sich das Urteil ändert.
  4. Das Exposé anzeigen und bei Bedarf kopieren.
  5. Bei vorhandener Schnittstelle Objektnummer und Suchprofil eintragen, um die gespeicherte Akte zu laden.

9.6 Beispiel

Voreinstellung: Passung 94 bei Abdeckung 50 Prozent, Risiko 88 bei Abdeckung 100 Prozent, Residuum 71.000 Euro, tragbar 79 Euro je m², Schuldendienstquote 32 Prozent. Die gemeinsame Datenabdeckung beträgt (50 + 100) ÷ 2 = 75 Prozent und liegt über 60. Kein Ausschluss, kein Stopp, kein kritischer Befund: Urteil „Verfolgen“, mit den Schritten Besichtigung vereinbaren, Grundbuchauszug einholen, Widmung bei der Gemeinde bestätigen lassen und, bei Gewerbenutzung, Betriebsanlagengenehmigung vorab klären.

Variationen: Wird das Residuum auf −5.000 gesetzt, lautet das Urteil „Stopp“, obwohl Passung und Risiko gut sind. Wird „K.o. gesetzt“ aktiviert, lautet es „Ausschluss“ und der einzige Schritt „Objekt ablegen. Kein weiterer Aufwand.“ Wird „Passung Abdeckung %“ auf 10 und „Risiko Abdeckung %“ auf 40 gesetzt, beträgt die gemeinsame Abdeckung 25 Prozent: „Kein Urteil“, mit einer Arbeitsliste statt einer Behauptung.


10 Verbindung zur Schnittstelle

Die Anwendungen können mit einer Schnittstelle (API) zusammenarbeiten. Sie ist ein Dienst, der Objekte, Befunde und Akten speichert und die Berechnungen in der verbindlichen Fassung ausführt. Ohne Schnittstelle laufen alle Anwendungen eigenständig im Browser, mit Beispieldaten und der in der Seite eingebauten Rechenlogik.

10.1 Wie die Adresse bestimmt wird

Die Adresse der Schnittstelle wird beim Laden der Seite in dieser Reihenfolge bestimmt:

  1. Im Kopf der Seite steht das Element <meta name="immoradar-api" content="https://…">. Ist es gefüllt, gilt diese Adresse. Das trägt der Betreiber der Seite ein, ohne die Anwendung neu bauen zu müssen.
  2. Ist das Element leer oder fehlt es, gilt derselbe Ursprung (Adresse) wie die Seite selbst. Das ist der Normalfall, wenn Oberfläche und Schnittstelle unter demselben Namen erreichbar sind.
  3. Wird die Seite als lokale Datei geöffnet (Adresse beginnt nicht mit „http“), gibt es keine Adresse. Alle Aufrufe schlagen fehl, und die Anwendung arbeitet ohne Schnittstelle.

Jeder Aufruf hat ein Zeitlimit von 15 Sekunden. Ein hängender Dienst soll die Oberfläche nicht blockieren.

10.2 Was die Anwendungen mit der Schnittstelle tun

Anwendung Verwendung
Radar lädt beim Öffnen und beim Wechsel des Suchprofils die Objektliste
Risiko lädt und speichert Befunde und Ausschlusskriterien zu einer Objektnummer
Projekt rechnet das Residuum nach und gleicht es ab
Rechner rechnet die monatliche Rate nach und gleicht sie ab
Objektakte lädt die gespeicherte Akte zu einer Objektnummer

10.3 Das Quellenband im Radar

Das Band erscheint nur, wenn die Daten nicht aus der Schnittstelle stammen. Es hat zwei Farben:

Neben dem Text steht die Schaltfläche „erneut versuchen“, die den Abruf wiederholt.

Antwortet die Schnittstelle fehlerfrei, erscheint kein Band. Liefert sie keine Objekte, zeigt das Radar „Objekte im Lager: 0“ und nicht die Beispieldaten.

10.4 Das Speicherband in der Anwendung Risiko

Anzeige Farbe Bedeutung
„Nur in dieser Maske. Ohne Objektnummer und erreichbare API wird nichts gespeichert.“ gelb Ausgangszustand ohne Objektnummer
„speichere …“ grau Speichervorgang läuft
„gespeichert zu Objekt N um HH:MM:SS“ grün letzte Änderung ist gespeichert
„Nicht gespeichert: … Die Erfassung geht beim Seitenwechsel verloren.“ rot Speichern oder Laden ist fehlgeschlagen

Wer 36 Prüfpunkte durchgeht, soll nicht erst hinterher merken, dass nichts gespeichert wurde. Deshalb steht der Fehlerfall im Klartext.

10.5 Das Herkunftsband in der Objektakte

Anzeige Farbe Bedeutung
„Probe aus Handeingaben. Ohne Objektnummer wird keine gespeicherte Akte geladen.“ gelb Ausgangszustand
„lade Akte …“ grau Abruf läuft
„Urteil aus der gespeicherten Akte zu Objekt N, Datenabdeckung N %“ grün Urteil stammt aus der Akte
„Akte nicht geladen: … Angezeigt wird die Probe aus den Feldern unten.“ rot Abruf fehlgeschlagen

10.6 Das Abgleichband in Projekt und Rechner

Beide Anwendungen rechnen sofort lokal (damit Regler ohne Verzögerung reagieren) und prüfen im Hintergrund, ob die Schnittstelle dasselbe rechnet.

Anzeige Bedeutung
„mit der API abgeglichen“ (grün) lokale Rechnung und Schnittstelle stimmen überein
„Abweichung zur API: … Verbindlich ist die Fassung im Backend.“ (rot) die Ergebnisse laufen auseinander; die Anwendung nennt beide Zahlen
„ohne API gerechnet - lokale Fassung, nicht gegen das Backend abgeglichen“ (grau) keine Schnittstelle erreichbar; die Rechnung ist ungeprüft

Die Toleranz beträgt im Rechner für die Monatsrate 1 Euro. Im Projekt gilt für das Residuum der größere Wert aus 50 Euro und 0,5 Prozent. Der Rechner übermittelt für den Abgleich Kaufpreis, Eigenkapital, Zins, Laufzeit und die Maklerwahl, nicht das eingegebene Einkommen. Das Projekt übermittelt Veräußerungserlös, Baukosten, Bauplatzfläche und Entwicklergewinn-Prozentsatz.


11 Datenschutz

Berechnung im Browser. Alle Eingaben werden im Browser verarbeitet. Die Anwendungen speichern nichts im Browser: Sie verwenden weder lokalen Speicher noch Cookies. Beim Schließen oder Neuladen der Seite sind die Eingaben verloren.

Ohne Schnittstelle. Ohne erreichbare Schnittstelle verlassen Ihre Eingaben den Browser nicht. Die Anwendungen rechnen mit der eingebauten Logik und den eingebauten Beispieldaten.

Mit Schnittstelle. Mit Schnittstelle werden Daten an deren Betreiber übermittelt:

Die Schnittstelle speichert Befunde, Objekte und Akten dauerhaft in einer Datenbank. Wer den Dienst betreibt und wie lange Daten aufbewahrt werden, hängt vom Betreiber ab. Maßgeblich ist dessen Datenschutzerklärung.

Ressourcen von Dritten. Die Grundfassung der Seiten lädt React und ReactDOM von unpkg.com und Schriften von Google Fonts (fonts.googleapis.com, fonts.gstatic.com). Beim Laden dieser Ressourcen wird technisch bedingt die IP-Adresse an die jeweiligen Anbieter übermittelt. Betreiber, die das vermeiden wollen, müssen die Ressourcen selbst ausliefern; das ist nicht Teil der Grundfassung. Welche Fassung eine konkrete Auslieferung nutzt, ist beim Betreiber zu erfragen.

Personenbezogene Daten. Die Anwendungen sind nicht dafür gedacht, personenbezogene Daten zu erfassen. Objektangaben können jedoch Rückschlüsse auf Personen erlauben (etwa Eigentümer oder Anbieter). Sie sollten nur erfasst werden, soweit sie für den Zweck nötig sind.


12 Fehlerbilder und Maßnahmen

Die folgende Liste beschreibt Fehlerbilder, die sich aus dem Aufbau der Anwendungen ergeben. Die Angaben zur Schnittstelle sind aus dem Programmcode abgeleitet und nicht in einem Dauerbetrieb geprüft.

Anzeige oder Beobachtung Ursache Was zu tun ist
Seite bleibt leer oder zeigt nur den Hintergrund React konnte nicht geladen werden (keine Internetverbindung, Blocker) Verbindung prüfen; Blocker für unpkg.com freigeben; Seite neu laden
Radar zeigt gelbes Band „Beispieldaten angezeigt. API nicht erreichbar (…)“ keine Schnittstelle erreichbar, oder Seite wurde als lokale Datei geöffnet Das ist der Normalfall ohne Schnittstelle. Wird Schnittstelle erwartet: Adresse im meta-Element prüfen, „erneut versuchen“
Radar zeigt rotes Band „Keine Daten: HTTP 404 …“ Die Seite liegt auf einem Server ohne Schnittstelle unter demselben Namen, oder der Pfad stimmt nicht Betreiber informieren; Adresse im meta-Element eintragen
Radar zeigt rotes Band „Keine Daten: HTTP 500 …“ Fehler im Dienst Betreiber informieren; vorerst nicht auf die angezeigten Beispielobjekte stützen
Band „Zeitlimit von 15 s ueberschritten“ Der Dienst antwortet nicht rechtzeitig später erneut versuchen; „erneut versuchen“ drücken
Alle Objekte erscheinen als „K.o.“ oder fehlen in der Liste Ein hartes Kriterium des Profils ist verletzt, zum Beispiel weil ein Merkmal beim Objekt nicht angegeben ist „ausgeschiedene zeigen“ anhaken und die Gründe lesen; fehlende Merkmale beim Objekt ergänzen
Score hoch, aber Hinweiskasten „Score nur als grobe Sortierung lesen“ Datenabdeckung unter 60 Prozent Score nur zum Sortieren verwenden; fehlende Referenzdaten abwarten oder ergänzen
„keine belegte Referenz - Preis wird nicht bewertet“ Für das Gebiet liegt kein belegter Referenzpreis vor (zum Beispiel Gewerbemieten) Kein Fehler; die Preisbewertung entfällt bewusst
Änderungen im Reiter „Profile“ sind nach dem Neuladen weg Änderungen gelten nur in der Sitzung Gewünschte Werte notieren und nach dem Laden erneut einstellen
Risiko: gelbes Band „Nur in dieser Maske …“ keine Objektnummer eingetragen Objektnummer eintragen, wenn die Befunde gespeichert werden sollen
Risiko: rotes Band „Nicht gespeichert: API nicht erreichbar (…)“ Schnittstelle nicht erreichbar Befunde zur Sicherheit notieren; später erneut speichern (Wert erneut setzen)
Risiko: „Nicht gespeichert: HTTP 400: Unbekanntes K.o.-Kriterium …“ bei „Widmung erlaubt Nutzung“ oder „Aufschliessungszone gesperrt“ Nach dem Programmcode verwendet die Oberfläche für diese beiden Auswahllisten andere Bezeichnungen als die Schnittstelle. Die Auswahl gilt in der Maske, wird aber nicht gespeichert Auswahl zusätzlich notieren; der Punkt ist als offener Mangel vermerkt (Abschnitt 14)
Risiko: Ausschlusskriterien sind nach dem erneuten Laden einer Objektnummer wieder „unbekannt“ Die Anwendung lädt zwar die Prüfpunkte, nicht aber die gespeicherten Ausschlusskriterien zurück Ausschlusskriterien nach dem Laden erneut eintragen
Risiko: Band zeigt nach dem Löschen der Objektnummer noch den alten Zustand Das Band wird erst bei der nächsten Änderung zurückgesetzt Eine beliebige Änderung vornehmen oder die Seite neu laden
Akte: rotes Band „Akte nicht geladen: HTTP 404: Objekt unbekannt“ Die Objektnummer gibt es in der Schnittstelle nicht Nummer prüfen; Probe verwenden
Akte: Fehler bei nicht numerischer Objektnummer Die Schnittstelle erwartet eine Zahl nur Ziffern eintragen
Akte: Urteil „Kein Urteil - Datenlage zu duenn“ gemeinsame Datenabdeckung unter 60 Prozent oder gar keine Befunde Arbeitsliste unter „Naechste Schritte“ abarbeiten
Projekt: Hinweis „Weder Geschossflaechenzahl noch Bebauungsdichte angegeben“ beide Felder stehen auf 0 Werte aus dem Flächenwidmungs- und Bebauungsplan eintragen oder eine Bauvoranfrage stellen
Projekt oder Rechner: rotes Band „Abweichung zur API“ Die lokale Rechnung weicht von der Schnittstelle ab Die Fassung der Schnittstelle gilt; Betreiber informieren
Rechner: Schuldendienstquote rot Rate über 40 Prozent des Einkommens Kein Fehler; Kaufpreis, Eigenkapital oder Laufzeit anpassen
Zahlen erscheinen unplausibel nach Eingabe von 0 oder negativen Werten Die Felder prüfen ihre Eingaben nicht auf Plausibilität Eingaben prüfen; negative Werte und Nullwerte nur bewusst verwenden

13 Rechts-, Steuer- und Gutachtengrenzen

Gutachten. Die Anwendungen ersetzen kein Gutachten nach dem Liegenschaftsbewertungsgesetz (LBG). Die Residualwertrechnung folgt dem Aufbau der ÖNORM B 1802-3, ist aber eine Überschlagsrechnung mit eingegebenen Annahmen. Ein Sachverständiger rechnet mit Objektkenntnis, Ortsaugenschein und Vergleichspreisen aus der Kaufpreissammlung.

Widmung. Eine Widmungsangabe, die die Anwendungen oder ihre Schnittstelle liefern, ist ein Vorfilter. Rechtsverbindlich ist der Flächenwidmungsplan der Gemeinde beziehungsweise in Wien das Plandokument. Eine passende Widmung bedeutet nur, dass die Nutzung raumordnungsrechtlich denkbar ist. Ob zum Beispiel eine Werkstatt genehmigt wird, entscheidet das Verfahren nach der Gewerbeordnung (Betriebsanlagengenehmigung). Die Widmungskategorien von sieben Bundesländern sind ungeprüft und dürfen nicht als Ausschlusskriterium verwendet werden.

Steuern und Gebühren. Der Rechner enthält Sätze für Grunderwerbsteuer, Eintragungs- und Pfandrechtsgebühr, Vertragserrichtung und Makler. Sie sind Eingabefelder, weil sie sich ändern. Die Miete-gegen-Kauf-Rechnung enthält keine Steuern. Die Immobilienertragsteuer und die Einkommensteuer auf Mieteinnahmen sind nicht Teil des Vergleichs. Für Entscheidungen ist eine Steuerberatung einzuholen.

Finanzierung. Die Richtwerte zu Beleihung, Schuldendienstquote und Laufzeit sind unverbindliche aufsichtliche Erwartungen (FMA-Rundschreiben WIK 02/2025). Banken prüfen nach eigenen Richtlinien. Verbindlich sind die Richtlinien der finanzierenden Bank.

Vermittlung. IMMORADAR ist kein Vermittlungswerkzeug. Vermittlung an Dritte gegen Entgelt setzt die entsprechende Gewerbeberechtigung voraus.

Rechtliche Pflichten der Nutzung. Die Exposés der Objektakte können je nach Nutzung Hinweise auf rechtliche Pflichten enthalten (zum Beispiel Betriebsanlagengenehmigung, Grenzwerte, Arbeitnehmerschutz, Abfallrecht, Lärmbeurteilung). Sie sind Hinweise und keine vollständige Aufzählung.

Vor jeder Kaufentscheidung sind Grundbuch, Sachverständiger und Rechtsanwalt einzubeziehen.


14 Stand und offene Punkte

Alle fünf Anwendungen tragen die Versionsangabe 0.1 und die Bezeichnung Prototyp. Beispielobjekte, Referenzpreise und Sätze stammen aus dem Datenstand vom 2. September 2026.

14.1 Datenstand

14.2 Bekannte Lücken

  1. Lagewert. Die Formel steht, aber die Rohdaten je Gemeinde fehlen. Solange sie leer sind, fällt die Lage aus jedem Score heraus. Die Teilnote „Lage“ erscheint stets als „keine Daten“.
  2. Offene Gemeinden ohne Referenzpreis. Für einige Gemeinden und Wiener Bezirke fehlt der belegte Referenzpreis (Status „offen“). Dort fließt der Preis nicht in den Score ein; bei Käufen weicht die Anzeige auf den Bundeslandwert aus.
  3. Gewerbemieten. Es gibt keine amtliche Medianreihe. Die im Datenbestand hinterlegten Spannen stammen aus Einzelinseraten und sind nur zur Plausibilisierung gedacht; für die Preisbewertung werden sie nicht verwendet.
  4. Widmungskategorien. Nur Niederösterreich und Wien sind verifiziert; sieben Bundesländer sind als ungeprüft markiert.
  5. Baukosten. Für Gewerbehallen und Bürogebäude ließen sich in Österreich keine belastbaren Baukosten belegen. Das Projektmodul rechnet mit eingegebenen Kosten.
  6. Dauer und Erfolg einer Umwidmung sind nicht standardisiert. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Umwidmung.
  7. Doppelte Rechenlogik. Rechner und Projekt rechnen in der Seite und in der Schnittstelle nach demselben Verfahren, aber mit zwei getrennten Fassungen. Das Abgleichband macht eine Abweichung sichtbar. Die Entscheidung, ob die lokale Fassung entfällt, steht aus.
  8. Zwei Ausschlusskriterien der Anwendung Risiko („Widmung erlaubt Nutzung“, „Aufschliessungszone gesperrt“) tragen in der Oberfläche andere Bezeichnungen als in der Schnittstelle. Nach dem Programmcode lassen sie sich daher nicht speichern (Abschnitt 12). Die Ausschlusskriterien werden außerdem nicht zurückgeladen.
  9. Radar und Schnittstelle. Die Objektliste der Schnittstelle enthält weniger Felder als die Beispielobjekte der Oberfläche (zum Beispiel Merkmale, Preisverlauf, Koordinaten). Wie vollständig das Radar solche Listen darstellt, ist nicht geprüft.
  10. Profile. Das Radar speichert Änderungen an Profilen nicht.
  11. Nicht getestet ist das Zusammenspiel der Anwendungen mit einer laufenden Schnittstelle, die Datenbank, Live-Abrufe von Ediktsdatei und Widmungsdiensten sowie das Verhalten des Zugriffsclients bei Netzfehlern und Zeitüberschreitungen. Getestet ist die Rechenlogik der Schnittstelle in automatischen Tests ohne Netz.

14.3 Was nicht vorgesehen ist

Eine flächige Massenauslese von Immobilienportalen findet nicht statt. Portale sind in der Regel geschützte Datenbanken, und ihre Nutzungsbedingungen untersagen automatisiertes Auslesen. Verwendet werden amtliche Open-Data-Dienste, die Ediktsdatei der Justiz mit ihren freigegebenen Exportschnittstellen, OpenImmo-Schnittstellen und manuelle Erfassung.


15 Glossar

Begriff Erklärung
Abdeckung siehe Datenabdeckung
Aufschließungsabgabe Abgabe, die die Gemeinde für die Erschließung eines Bauplatzes erhebt; nach § 38 NÖ BO 2014 aus Berechnungslänge, Bauklassenkoeffizient und Einheitssatz berechnet
Aufschließungszone gewidmetes Bauland, das bis zur Freigabe durch die Gemeinde nicht bebaubar ist; im Inserat nicht erkennbar
Bauklasse Rahmen für die zulässige Gebäudehöhe nach § 31 NÖ ROG 2014
Baunebenkosten Planungs-, Genehmigungs- und sonstige Nebenkosten des Baus, in Prozent der Baukosten
Bebauungsdichte zulässiger bebaubarer Anteil des Bauplatzes
Beleihung Verhältnis von Kredit zu Kaufpreis
Bruttogeschossfläche Summe aller Geschoßflächen eines Gebäudes
Bruttorendite Jahresmiete im Verhältnis zur Gesamtinvestition
Cashflow monatlicher Überschuss oder Fehlbetrag nach Rate
Datenabdeckung Anteil der Gewichtung, der eine belegte Datengrundlage hat
Eigenmittelquote Eigenkapital im Verhältnis zur Gesamtinvestition
Eignung Teilnote im Radar: Anteil der erfüllten Wunschkriterien an den erreichbaren Punkten
Einheitssatz von der Gemeinde festgelegter Eurobetrag für die Aufschließungsabgabe
Entwicklergewinn Gewinnanteil des Projektentwicklers; in Projekt als Prozentsatz vom Veräußerungserlös
Geschoßflächenzahl (GFZ) Verhältnis der Geschoßfläche zur Bauplatzfläche (§ 4 NÖ BO 2014)
Gefahrenzone (WLV) Zonen nach dem Gefahrenzonenplan der Wildbach- und Lawinenverbauung; „rot“ ist ein Ausschluss
Harte Kriterien Anforderungen, deren Verletzung zum Ausscheiden führt
HQ30, HQ100, HQ300 Hochwasserzonen unterschiedlicher Eintrittshäufigkeit; HQ30 und HQ100 sind Ausschluss
Kaufpreisfaktor Kaufpreis geteilt durch Jahresmiete
K.o. Ausschluss durch ein hartes Kriterium
Lagewert Teilnote 0 bis 100 aus messbaren Größen (Fahrzeiten, Takt, Einwohnertrend und anderen); derzeit nicht hinterlegt
Median mittlerer Wert einer Reihe; die Referenzpreise sind Mediane aus verbücherten Kaufverträgen
Nettorendite Rendite nach Leerstand und Bewirtschaftung
Nutzflächenfaktor Anteil der Nutzfläche an der Bruttogeschossfläche; Planungsfaustwert
Passung Übereinstimmung eines Objekts mit einem Suchprofil
Potenzial Teilnote im Radar aus Gebietstrend, Zustand und Bebauungsmöglichkeit
Prototyp Entwicklungsstand: funktionsfähig, aber mit offenen Lücken
Quellenband Statusanzeige im Radar zur Herkunft der Daten
Residuum tragbarer Grundwert nach dem Residualwertverfahren
Sensitivität Veränderung des Ergebnisses bei veränderter Eingangsgröße
Schuldendienstquote Kreditrate im Verhältnis zum Haushaltsnettoeinkommen
Speicherband Statusanzeige in Risiko zum Speicherzustand
Suchprofil Beschreibung dessen, was gesucht wird (Objektklasse, Transaktion, Gebiet, Budget, Fläche, Kriterien, Gewichtung)
Veräußerungserlös erwarteter Gesamterlös aus dem Verkauf des fertigen Vorhabens
Wunschkriterien weiche Anforderungen mit Punktwert; ihr Erfüllungsgrad ergibt die Eignung

16 Weiterführende Quellen

Rechtsquellen und Normen (Österreich, EU), auf die sich die Anwendungen beziehen:

Fachliteratur:



Anhang A: Die 36 Prüfpunkte der Anwendung Risiko

Die Tabelle nennt Risikofeld, Prüfpunkt (Beschriftung in der Anwendung) und die Quelle, über die er zu prüfen ist. Die Reihenfolge entspricht der Checkliste (nach Gewicht des Felds).

Risikofeld Prüfpunkt Quelle
Rechtsrisiko Widmung erlaubt die Nutzung Flaechenwidmungsplan der Gemeinde
Rechtsrisiko keine gesperrte Aufschliessungszone NOE Atlas, § 16 Abs. 4 ROG
Rechtsrisiko Betriebsanlagengenehmigung erreichbar BH, § 74 GewO
Rechtsrisiko keine belastenden Dienstbarkeiten Grundbuch C-Blatt
Rechtsrisiko kein Vorkaufs- oder Wiederkaufsrecht Grundbuch C-Blatt
Rechtsrisiko keine bindenden Bestandsvertraege Mietvertraege, § 1 MRG
Rechtsrisiko kein Denkmalschutz oder Schutzzone BDA-Liste, Bebauungsplan
Rechtsrisiko klare Rechtsform Grundbuch, WEG 2002
Rechtsrisiko keine Grundverkehrsgenehmigung noetig NOE GVG 2007
Umwelt und Altlasten keine Altlast oder beurteilte Flaeche GIS Altlasten, Umweltbundesamt
Umwelt und Altlasten keine Kontamination im Boden Bodenprobe, Vornutzung pruefen
Umwelt und Altlasten kein Asbest, PCB, PAK, HBCD Screening bei Bj. vor 1990
Umwelt und Altlasten Radonpotenzial gering Radonpotenzialkarte AGES
Naturgefahren ausserhalb kritischer HQ-Zonen HORA, INSPIRE, NOE Atlas
Naturgefahren ausserhalb roter oder gelber Zone Gefahrenzonenplan WLV
Naturgefahren keine Rutschung oder Steinschlag Gefahrenhinweiskarte
Baugrund Bodentragfaehigkeit ausreichend Bodengutachten
Baugrund Grundwasserstand unkritisch Bodengutachten, eHYD
Baugrund keine Hohlraeume oder Bergbaualtlasten geologische Karten, GBA
Bausubstanz kein wesentlicher Sanierungsstau Begehung, Sachverstaendiger
Bausubstanz Energiekennwert tragbar Energieausweis, EAVG
Bausubstanz Brandschutz erfuellbar OIB-RL 2
Bausubstanz Barrierefreiheit erfuellbar OIB-RL 4
Bausubstanz Haustechnik zeitgemaess oder tauschbar Begehung
Standort erschlossen oder Kosten kalkuliert Gemeinde, § 38 NOE BO
Standort Verkehrsanbindung passt zur Nutzung Lagewert-Modul
Standort Nachbarschaft vertraegt die Nutzung Ortsaugenschein, OENORM S 5021
Markt Nachfrage im Segment vorhanden Marktradar, Angebotsdauer
Markt Preis im Rahmen der Referenz Statistik Austria
Markt Drittverwendungsfaehigkeit gegeben Objektzuschnitt, Widmung
Entwicklung und Bau Baukosten belastbar geschaetzt Kostenschaetzung, Baukostenindex
Entwicklung und Bau Bauzeit realistisch mit Puffer Terminplan
Entwicklung und Bau Genehmigungsrisiko ueberschaubar Bauordnung, Vorabklaerung
Betrieb und Nutzung Betriebskosten tragbar Betriebskostenabrechnung
Betrieb und Nutzung Erweiterung oder Umnutzung moeglich Grundriss, Reserveflaechen
Betrieb und Nutzung keine Abhaengigkeit von einem Einzelnen Mieterstruktur

Anhang B: Beschriftungen der Statusbänder

Die Texte der Statusbänder sind in den Abschnitten 10.3 bis 10.6 zusammengestellt. Sie lauten wörtlich:

Anwendung Band Text
Radar Quellenband (gelb) „Beispieldaten angezeigt. {Grund} Keine Entscheidung darauf stuetzen.“
Radar Quellenband (rot) „Keine Daten: {Grund}“
Risiko Speicherband siehe Abschnitt 10.4
Objektakte Herkunftsband siehe Abschnitt 10.5
Projekt, Rechner Abgleichband siehe Abschnitt 10.6

Keine Rechts-, Steuer- oder Sachverständigenberatung, kein Gutachten nach LBG.