Werkstatt-Werkzeug · Wahrnehmung · Modul L5

AMBIGUA

lat. ambiguus — doppeldeutig, schwankend; ein Reiz, zwei Deutungen

Bistabile Wahrnehmung. Der Reiz ist konstant, die Wahrnehmung wechselt. Das live laufende Wettbewerbsmodell zeigt zwei konkurrierende Populationen, die sich hemmen, ermüden und kippen.

Die bistabile Figur die aktuell dominante Deutung ist hervorgehoben
Aktivität der zwei Populationen (live)
Aktuelle Deutung
—
Wechsel bisher
0
Mittlere Dauer
— s

Gleichungen

Wettbewerbsmodell (zwei Populationen)
dr_i/dt = −r_i + f(I − β·r_j − γ·a_i + ξ)
da_i/dt = (−a_i + r_i) / τ_a
I = konstanter Input, β = Hemmung, γ = Adaptation, ξ = Rauschen
Mechanismus des Wechsels
Die dominante Population hemmt die andere und ermüdet dabei (a_i steigt), bis die unterdrückte übernimmt — spontaner Wechsel bei konstantem I.
Verweildauer-Statistik
Die Dominanzdauern sind Gamma-artig verteilt (Levelt). Variationskoeffizient typisch 0.5–0.9. Reiz-unabhängig.
Forschungsnotiz: FN-Wahrnehmung-Bistabil-v0.1-2026-05-17.md
Praxis-Erklärung: PRAXIS-Bistabil.md
Verwandt: Modul 02 Höhlengleichnis, Modul L1/L2/L3
Quellen: Necker (1832), Rubin (1915), Levelt (1968)