Werkstatt-Werkzeug · Wissenschaftsphilosophie · Modul W2

HERMENEUS

gr. ἑρμηνεύς — der Deuter; hier: der, der die Deutungen vergleicht, ohne zu wählen

Eine Deutung mit Teilchenbahnen und eine ohne liefern dieselbe messbare Verteilung. Das ist hier nicht behauptet, sondern gerechnet — und es entscheidet die Frage, ob ein besseres Experiment helfen könnte.

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4.00
50
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Hier steht keine Empfehlung — und das ist Absicht. Die Wahl zwischen empirisch gleichwertigen Deutungen lässt sich nicht rechnen. Die Werkstatt hat 32-mal auf Rechnung bestanden; wer an dieser Stelle eine Meinung ausspricht, verlässt das Verfahren unter dem Anschein, es fortzusetzen.

Gleichungen

Bohmsche Führungsgleichung
v(x,t) = (ħ/m) · Im( ∂ₓψ / ψ ) ·  ẋ = v(x,t)
Unter ρ(x,0) = |ψ(x,0)|² folgt ρ(x,t) = |ψ(x,t)|² für alle Zeiten (Äquivarianz).
Das Prüfkriterium
σ = ( L₁ − ⟨L₁_null⟩ ) / sd(L₁_null)
Verglichen wird gegen das Rauschniveau, nicht gegen einen festen Schwellwert. Ein fester Wert wäre willkürlich — genau dieser Fehler wurde zweimal gemacht und ist dokumentiert.
Die Kosten
Zu jeder Deutung D gehört eine Menge K(D) aufgegebener Annahmen. Nach Bell gilt: keine Deutung hat K(D) = ∅.
Forschungsnotiz: FN-Wissenschaft-Hermeneus-v0.1-2026-05-17.md
Praxis-Erklärung: PRAXIS-Hermeneus.md
Anschluss: Q1 Doppelspalt, Q2 Verschränkung, W1 Bilanz, 02 Höhlengleichnis
Quellen: Bohm (1952), Everett (1957), GRW (1986), Bell (1987), Fuchs et al. (2014)