Werkzeug zur ethischen Prüfung eines Vorhabens — Forschungsidee, Kunstprojekt, journalistische Recherche, Geschäftsmodell, persönliche Entscheidung. Kein engfachliches Gutachten, sondern eine transdisziplinäre Vier-Test-Logik aus den drei klassischen Ethiktraditionen plus Verantwortung gegenüber der Zukunft. Methodische Freiheit ist notwendig, nicht hinreichend — Ethik liefert das fehlende Wozu.
Keine Ethik-Tradition trägt allein. Kant ist hart bei Würde, schwach bei Abwägung. Mill ist gut bei Folgen, schwach bei Würde. Aristoteles ist ehrlich bei Charakter, schwach bei Pluralismus. Jonas füllt die Lücke gegenüber dem, was nicht mehr widersprechen kann. Zusammen ergeben sie eine Kommission, die nichts an die Methode delegiert — weil keine Methode allein reicht.
Diese vier Tests sind nicht das Programm der Ethik. Sie sind ihre Mindestbedingungen. Über ihnen beginnt die eigentliche Arbeit — abwägen, urteilen, im konkreten Fall entscheiden. Unter ihnen gibt es nichts mehr zu diskutieren.