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title: "PRISM — Companion Paper" author: "Thomas Schüller" date: 2026-05-12 version: v0.6 license: AGPL-3.0 (Code) / CC BY 4.0 (Dokumentation) orcid: 0009-0003-9799-6747 contact: forschung@tschueller.com schliessungstyp: VERSIONSSCHLUSS


PRISM — Companion Paper

Multi-Linsen-Analyseplattform für Konflikte, Verhandlungen und strategische Entscheidungen

v0.6 — Mai 2026 — Thomas Schüller


1. Zweck und Kontext

PRISM (Parallel Reasoning & Integrated Scenario Modelling) ist eine Browser-basierte Analyseplattform, die komplexe Entscheidungssituationen gleichzeitig durch mehrere theoretische Modelle betrachtet. Das System erzwingt Multiperspektivität, legt Annahmen offen und macht Modellkonflikte sichtbar.

Dieses Companion Paper dokumentiert Funktion, Architektur, theoretische Grundlagen, Anwendungsbedingungen und Grenzen.

2. Problem

Entscheidungsträger in Verhandlungen, Wettbewerbssituationen und Krisen leiden unter systematischen Verzerrungen:

PRISM adressiert diese Probleme durch erzwungenen Parallellauf von mindestens zwei Modellen, automatische Konflikterkennung und Sensitivitätsanalyse.

3. Theoriemodule (9)

# Modul Kern Stärke Schwäche
1 Game Theory Nash-GGW, dominierte Strategien Klare Akteure, Payoff-Matrizen >4 Akteure, Emotionen
2 Prospect Theory Value Function v(x)=x^0.88 / -2.25· x ^0.88
3 Bargaining Theory ZOPA, Nash-Lösung, Erstangebote Bilaterale Verhandlungen >3 Parteien
4 Deterrence/Escalation 5-stufige Leiter, Glaubwürdigkeit Krisen, Konflikte Kooperative Szenarien
5 Principal-Agent Moral Hazard, Monitoring, Anreize Delegationsbeziehungen Symmetrische Beziehungen
6 System Dynamics Feedback-Schleifen, Trajektorien Langfristige Systemeffekte Kurzfristige Entscheidungen
7 Scenario Planning 2×2-Unsicherheitsmatrix, 4 Szenarien Strategische Unsicherheit Klare Datenlage
8 Coopetition Kooperationspotenzial aus Payoff-Analyse Win-Win-Identifikation Nullsummenspiele
9 Real Options Volatilität, Wartewert, Staging-Plan Irreversible Entscheidungen Schnell schließende Fenster

4. Architektur

4.1 Datenfluss

  1. Nutzer gibt Fall ein (Akteure, Ziele, Optionen, Payoffs, Annahmen)
  2. Wählt Linsen (min. 2)
  3. Engine berechnet jedes Modell isoliert
  4. Ergebnisse werden normalisiert
  5. Vergleichsmatrix + Konflikterkennung
  6. Sensitivitätsanalyse
  7. Summary + Export

4.2 Normalisierungsebene

Jedes Modell liefert strukturell verschiedene Outputs. Die Normalisierung bildet alle auf drei Dimensionen ab:

4.3 Konflikterkennung

Automatischer Vergleich aller Modellpaare. Ein Konflikt wird registriert, wenn zwei Modelle für denselben Akteur unterschiedliche Aktionen empfehlen. Konflikte werden nicht aufgelöst, sondern hervorgehoben.

4.4 Sensitivitätsberechnung

4.5 What-If Sandbox

Live-Parametervariation: Payoffs ändern und sofort sehen, wie sich Gleichgewichte, Empfehlungen und Stabilitäten über alle aktiven Modelle verschieben. Side-by-side Original vs. Modifiziert.

5. Implementierung

6. Grenzen und Warnungen

Pflicht-Warnung im System: „Modellergebnisse sind keine Prognosen. Sie zeigen, was unter bestimmten Annahmen folgt."