Werkzeuge · Syntagma Forschung
Handbuch zu den Saatgut-Werkzeugen
Kennung SAMEN-PROV0001 · Fassung 3.0 · Stand 28.09.2026
Dieses Handbuch beschreibt die dreizehn Browser-Werkzeuge des Pakets: wozu sie dienen, wie sie bedient werden, was sie rechnen und wo ihre Grenzen liegen. Ein eigener Abschnitt am Ende beschreibt die drei Arbeitsvorlagen.
Vor dem Start
Bedienung. Jede Datei ist eine einzelne HTML-Datei. Doppelklick genügt; ein Server wird nicht gebraucht. Alles rechnet im Browser. Es werden keine Eingaben übertragen und nichts im Browser gespeichert. Schließt man den Reiter, ist der Stand weg — gewollt, weil damit auch keine Datenspur bleibt. Wo ein Werkzeug Eingaben aufbewahren muss (Sammlungsverwaltung, Handlungskompass), sichert es sie auf Knopfdruck als Datei auf dem eigenen Rechner.
Zwei Fassungen.
| Ordner | Fassung | Verwendung |
|---|---|---|
01_EXTERN/werkzeuge/neutral/ |
hell, ohne Marke | Weitergabe, Lizenzierung, fremde Auftritte |
01_EXTERN/werkzeuge/syntagma/ |
dunkel, mit Strangbranding | eigener Forschungsauftritt |
01_EXTERN/WEB/ |
Kopie der neutralen Fassung, flach | genau das, was hochgeladen wird |
Beide Fassungen rechnen identisch. Sie unterscheiden sich in Farben, Kopf und Fußzeile, nicht in den Daten.
Woher die Zahlen kommen. Keine Zahl steht im Programmteil. Alle Werte liegen in den
kanonischen Datendateien unter 02_INTERN/daten/. Wer eine Zahl ändern will, ändert sie dort
und lässt den Bau neu laufen.
Werkzeug 1 — Saatgut-Lebensdauer
Wozu
Beantwortet zwei betriebliche Fragen: Wie lange hält ein Saatgutposten unter gegebenen Lagerbedingungen, und wann muss er das nächste Mal auf Keimfähigkeit geprüft werden?
Bedienung
- Konstantensatz wählen. Die Auswahlliste enthält die belegten Sätze und den Eintrag eigener Konstantensatz. Unter der Liste steht die Quelle des gewählten Satzes. Seit Fassung 3.0 stehen neben Gerste und Rosen-Eukalyptus auch Kichererbse, Sojabohne, Augenbohne, Salat, Erbse und Erdnuss zur Wahl. Jeder Satz gilt nur mit seinen eigenen Werten für CH und CQ; die Anmerkung unter der Liste nennt Gültigkeitsbereich und Einschränkungen.
- Konstanten prüfen oder überschreiben. Die vier Felder KE, CW, CH und CQ lassen sich direkt ändern. Sobald ein Feld geändert wird, springt die Auswahl auf eigener Konstantensatz — das Ergebnis ist dann nicht mehr durch die Literatur gedeckt.
- Ausgangskeimfähigkeit einstellen. Der Wert aus der Eingangsprüfung des Postens, nicht ein Wunschwert.
- Samenfeuchte und Lagertemperatur einstellen. Schieberegler oder Zahlenfeld.
Was ausgegeben wird
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Sigma | Standardabweichung der Absterbeverteilung; die Grundgröße der Rechnung |
| Bis 85 Prozent des Ausgangswerts | Regenerationsschwelle nach den FAO-Standards |
| Prüfintervall | ein Drittel dieser Zeit, höchstens 40 Jahre |
| Halbwertszeit | Absinken auf 50 Prozent Keimfähigkeit |
Darunter der Verlauf als Kurve mit eingezeichneter Schwelle und eine Tafel, die für fünf Feuchtestufen und sieben Temperaturen die Zeit bis zur Schwelle zeigt. Grün heißt fünfzig Jahre und mehr, gelb zehn bis fünfzig, rot unter zehn.
Die Warnhinweise ernst nehmen
Das Werkzeug meldet, wenn die Eingaben den abgesicherten Bereich der Gleichung verlassen. Das betrifft regelmäßig die Normlagerung: Der geprüfte Temperaturbereich beginnt bei minus 13 Grad, die Basissammlung liegt bei minus 18 Grad. Ergebnisse im Tiefkühlbereich sind Hochrechnungen und fallen tendenziell zu günstig aus. Dasselbe gilt unterhalb von etwa 6 Prozent Samenfeuchte.
Das Prüfintervall folgt Standard 4.3.3 der FAO: ein Drittel der Zeit bis zur Regenerationsschwelle, höchstens jedoch 40 Jahre. Liegt das rechnerische Drittel darüber, zeigt das Werkzeug 40 Jahre und nennt den Rechenwert daneben. Die Ersatzintervalle der Standards (zehn Jahre bei langlebigen, fünf Jahre oder weniger bei kurzlebigen Arten) gelten nur, wenn sich keine Vorhersage treffen lässt; sie sind keine Obergrenze.
Liegt das Intervall über zehn Jahren, gibt das Werkzeug zusätzlich eine Empfehlung aus: Weil das Modell die Lebensdauer im Tiefkühlbereich eher überschätzt, die erste Prüfung nicht später als nach zehn Jahren ansetzen und das Intervall danach aus den gemessenen Werten festlegen. Diese Empfehlung ist als solche gekennzeichnet und keine Vorgabe der Standards. (Fassung 1.0 stellte die Ersatzintervalle irrtümlich als Obergrenze dar, Fassung 1.1 ließ die Obergrenze von 40 Jahren aus.)
Grenzen
- Gilt nur für orthodoxes, also trocknungstolerantes Saatgut.
- Ersetzt keine Keimprüfung. Die Rechnung sagt, wann zu prüfen ist, nicht was die Prüfung ergibt.
- Für die meisten Arten liegen keine belegten Konstanten vor. Eigene Sätze sind zulässig, aber im Ergebnis als ungeprüft zu kennzeichnen.
Ausgabe sichern
Zwei Schaltflächen am Ende: Sichern als Textdatei oder Kopieren in die Zwischenablage. Die Ausgabe enthält alle Eingaben, den Konstantensatz samt Status, die Ergebnisse und die Quellenangabe — geeignet als Beleg in der Lagerdokumentation.
Werkzeug 2 — Sammlungsatlas
Wozu
Ordnet Sammlungen und Nachweissysteme nach Ebenen und macht sichtbar, wie gut eine Zahl belegt ist. Dient der Einordnung, nicht der Vollständigkeit.
Bedienung
- Ebene filtert nach globaler Sicherung, Nachweisebene, internationaler Sammlung, nationaler Genbank, zivilgesellschaftlicher Erhaltung oder Wildpflanzen.
- Suche filtert über Name, Träger, Ort und Land.
- nur geprüft belegte Zahlen blendet alles aus, was nicht an der Quelle geprüft wurde.
Lesehilfe
Oben stehen die weltweiten Kennzahlen mit Quelle und Stand. Darunter ein Balkenbild der Bestandsgrößen mit logarithmischer Achse — die Größen liegen um mehrere Zehnerpotenzen auseinander, eine lineare Achse wäre unlesbar. Gedämpfte Balken kennzeichnen ungeprüfte Zahlen.
Jede Karte trägt oben eine Marke: „geprüft“ heißt, die Zahl wurde an der angegebenen Quelle nachgesehen; „ungeprüft“ heißt, sie stammt aus einer älteren oder mittelbaren Angabe und ist vor jeder Veröffentlichung neu zu erheben. Bei der AGES-Genbank lässt sich der Teilbestand nach Fruchtarten aufklappen.
Grenzen
Der Atlas ist eine Auswahl, keine Übersicht über alle Genbanken. Bestandszahlen sagen nichts über Keimfähigkeit und Sicherheitsduplizierung — drei verschiedene Größen zu denselben Objekten.
Werkzeug 3 — Saatgutrecht-Check
Wozu
Führt entlang von sechs Fragen durch die Regelwerke und nennt die daraus folgenden Pflichten, Erleichterungen und Hinweise mit Beleg.
Bedienung
Die sechs Fragen lassen sich in beliebiger Reihenfolge und auch unvollständig beantworten. Die Befunde ergänzen sich mit jeder Antwort; oben steht, wie viele Fragen noch offen sind.
| Frage | Worauf sie zielt |
|---|---|
| Gegenstand | Welches Regelwerk überhaupt greift — landwirtschaftlich, gemüsebaulich, Zier, Wild, Forst |
| Empfänger | Ob es sich um Inverkehrbringen handelt |
| Entgelt | Ob eine Erleichterung noch trägt |
| Sortenstatus | Ob Sortenschutz oder die Erhaltungssortenspur berührt ist |
| Herkunft | Ob eine Sorgfaltspflicht nach Nagoya oder eine Bindung aus der Materialübertragungsvereinbarung besteht |
| Zweck | Ob eine Ausnahme für Versuch oder Erhaltung greift |
Lesehilfe
Befunde sind nach Stufe sortiert: zuerst Pflicht (rot), dann Erleichterung (grün), dann Hinweis. Unter jedem Befund stehen die berührten Regelwerke mit Stand und, wo vorhanden, der Hinweis auf offene Punkte samt Beleg.
Grenzen
Ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind der geltende Text und die Auskunft der zuständigen Behörde — in Österreich das Bundesamt für Ernährungssicherheit (BAES) für Sortenzulassung und Saatgutanerkennung, bei Wildpflanzen die Naturschutzabteilung des jeweiligen Landes. (Bis Fassung 1.1 nannten Werkzeug und Handbuch hier irrtümlich die AGES; sie führt die fachlichen Prüfungen durch, entscheidet aber nicht.)
Der Rechtsrahmen bewegt sich: Die Verordnung über Pflanzenvermehrungsmaterial ist seit dem 15. Juni 2026 politisch geeinigt; der Text im Hinblick auf die Annahme liegt seit 7. September 2026 vor (Ratsdokument 12839/26), die förmliche Annahme und die Veröffentlichung im Amtsblatt stehen aus. Die Befunde des Werkzeugs zur neuen Verordnung geben diesen Text wieder. Konkrete Mengenschwellen sind deshalb im Werkzeug bewusst nicht beziffert.
Werkzeug 4 — Risiko- und Frühwarnregister
Wozu
Macht sichtbar, was in der Erhaltung ausfallen kann, woran sich der Ausfall ankündigt und was dagegen hilft. Dient der jährlichen Durchsicht eines Bestands oder Netzwerks.
Bedienung
- Feld filtert nach physischer Sicherung, Betrieb, Finanzierung, Recht, Markt, Wissen oder Daten.
- Schwelle blendet Risiken unterhalb einer Punktzahl aus.
- Suche filtert über Kennung, Titel und Beschreibung.
- Ein Punkt in der Matrix lässt sich anklicken; dann wird nur dieses Risiko gezeigt. „Auswahl aufheben“ stellt die Liste wieder her.
Lesehilfe
Die Matrix trägt die Eintrittswahrscheinlichkeit waagrecht, die Wirkung senkrecht auf, jeweils von 1 bis 5. Die Punktzahl ist das Produkt; ab 16 kritisch, ab 9 hoch, ab 5 mittel. Jede Karte nennt Beschreibung, Frühwarnzeichen, Gegenmaßnahmen und Beleg. Wo kein belegter Vorfall vorliegt, steht das ausdrücklich da. Darunter die drei Folgenketten.
Grenzen
Die Bewertungen sind begründete Einschätzungen, keine Messwerte. Für den eigenen Betrieb sind die Einstufungen neu vorzunehmen; die Frühwarnzeichen gelten dagegen allgemein.
Werkzeug 5 — Erhaltungsnetzwerk-Planer
Wozu
Beantwortet die Frage, was ein Erhaltungsnetzwerk einer bestimmten Größe im Jahr an Vermehrungen, Fläche, Arbeitszeit und Personen braucht, und zeigt daneben Trägerformen, Aufbauweg und Rollen.
Bedienung
- Bestand je Kulturgruppe eintragen: einfache Selbstbefruchter, Getreide, insekten- und windbestäubte Fremdbefruchter, zweijährige Kulturen, Wildarten.
- Annahmen anpassen: Reserve für Ausfälle, Stunden je Arbeitstag, Vermehrungen je Person und Jahr.
Was ausgegeben wird
| Kennzahl | Bedeutung |
|---|---|
| Vermehrungen je Jahr | Bestand geteilt durch Zyklus, zuzüglich Reserve |
| Flächenbedarf | ohne Wege und ohne Abstandsflächen für die Isolation |
| Arbeitszeit je Jahr | Stunden und Arbeitstage |
| Betreuende Personen | aus Vermehrungen je Jahr und Leistung je Person; die empfohlene Doppelbetreuung verdoppelt die Zahl |
Darunter eine Tafel je Kulturgruppe mit Zyklus, Isolationsabstand und Mindestpflanzenzahl, ein Balkenbild der Arbeitszeit und die Planungshinweise.
Grenzen
Zyklus, Flächen- und Zeitwerte sind Erfahrungswerte aus der Vermehrungsliteratur, schwanken je Quelle und Standort und sind vor jeder betrieblichen Verwendung am eigenen Standort zu prüfen. Sie taugen zur Größenordnung, nicht zur Kalkulation. Der Koordinationsaufwand ist nicht enthalten.
Werkzeug 6 — Erhaltungsweg-Wegweiser
Wozu
Beantwortet die Frage, auf welchem Weg ein Bestand erhalten werden soll, wenn die Samenbank nicht oder nicht allein genügt: bei rekalzitranten, intermediären und klonal vermehrten Arten.
Bedienung
Drei Fragen: Saatverhalten (orthodox, intermediär, rekalzitrant, klonal oder samenlos, unbekannt), vorhandene Ausstattung (keine besondere, Trocknung und Kühlung, Gewebekulturlabor, Zugang zu Kryokonservierung) und Ziel (Langzeitsicherung, laufende Nutzung, Anpassung und Anbauwissen).
Was ausgegeben wird
Ein Hauptweg und ein davon unabhängiger Sicherungsweg, je mit Stärken, Grenzen und der eigenen Absicherung des Weges. Ist der Sicherungsweg mit der gewählten Ausstattung nicht selbst möglich, steht dabei, dass er über eine Partnereinrichtung einzuplanen ist. Bei orthodoxem Saatgut in der Samenbank ist der Sicherungsweg ein Duplikat an einem zweiten Standort; unabhängig ist dann der Ort, nicht das Verfahren. Darunter die Eignungsmatrix aller Wege für alle Verhaltenstypen und eine Tafel mit veröffentlichten Kostenangaben je Weg; die Preisbasen der Quellen weichen voneinander ab, die Werte zeigen Größenordnungen.
Grenzen
Die Eignungsstufen sind vergleichende Einordnungen, keine Kostenangaben. Bei unbekanntem Saatverhalten behandelt das Werkzeug das Material vorsorglich wie rekalzitrantes Saatgut und weist darauf hin, das Verhalten vorher zu klären — nie durch Trocknung des ganzen Postens.
Werkzeug 7 — Sammlungsverwaltung
Wozu
Führt einen kleinen Bestand an Akzessionen mit Passdaten, Keimprüfungen und Vermehrungen und meldet, wo gehandelt werden muss: Keimprüfung fällig, Regeneration nötig, Menge zu klein, Vermehrung mit zu wenigen Pflanzen, Sicherheitsduplikat fehlt. Gedacht für Vereine, Saatgutbibliotheken und Schulen, die noch keine Sammlungssoftware betreiben (Fachpapiere P11, P12, P14).
Bedienung
„Beispiel laden“ zeigt einen erfundenen Bestand mit drei Akzessionen. „Neue Akzession“ legt einen Eintrag an; ein Klick auf eine Zeile der Bestandstafel öffnet ihn zum Bearbeiten. Keimprüfungen und Vermehrungen werden je Akzession eingetragen. „Datei öffnen“ liest einen gesicherten Bestand (JSON) oder eine Passdatenliste (CSV, Strichpunkt, Feldnamen nach MCPD).
Was ausgegeben wird
Überblickskarten mit der Zahl der Akzessionen je Handlungsbedarf, die Bestandstafel mit Status und zu jeder Akzession die Liste ihrer Prüfungen und Vermehrungen. Drei Sicherungen: der ganze Bestand als JSON, die Passdaten als MCPD-CSV zur Meldung an ein Inventar und ein Textbericht.
Grenzen
Der Bestand wird nicht im Browser gespeichert. Vor dem Schließen „Bestand sichern“ wählen und die Datei beim nächsten Mal wieder öffnen. Die Regeln verwenden die Keimprüfintervalle der FAO-Standards ohne Lebensdauervorhersage; wer Konstanten hat, rechnet mit Werkzeug 1. Ab einigen hundert Akzessionen lohnt eine Sammlungssoftware mit denselben Feldnamen.
Werkzeug 8 — Datenbank-Wegweiser
Wozu
Zeigt, welches der vierzehn Informationssysteme eine Frage beantwortet, und baut die passende Abfrageadresse (Fachpapiere P12 und P13).
Bedienung
Eine Frage wählen, etwa „Wo gibt es Genbankmuster einer Art?“ oder „Ist eine Art gefährdet?“, dann Gattung, Art, Ländercode, Einrichtungscode, DOI-Endung, Taxon-Kennung oder Ontologie-Kennung eintragen, soweit die Frage sie braucht. Leere optionale Angaben werden aus der Adresse entfernt.
Was ausgegeben wird
Je passendem System die fertige Abfrageadresse zum Anklicken, dazu Betreiber, Inhalt, Kennungen, Schnittstelle und Nutzungsbedingungen. Darunter alle vierzehn Systeme und die Ordnungssysteme (Nomenklatur, Sortenrecht, Lagerverhalten, Status der Probe, Gefährdung, Datenstandards).
Grenzen
Das Werkzeug ruft selbst nichts ab; es baut nur die Adresse, die man im Browser öffnet. Die Abfragemuster wurden an der Dokumentation der Betreiber geprüft, nicht durch eigene Abfragen; Muster ohne diese Prüfung tragen den Vermerk „nicht an der Dokumentation geprüft“. Betreiber ändern Adressen und Schnittstellen; Stand ist der Datenstand der Datenschicht.
Werkzeug 9 — Saatgut-Kompass
Wozu
Ordnet die zwölf Saatgutarten von der Liniensorte bis zur NGT-Pflanze nach Einsatzbereich und Ziel und deutet die Angaben auf einer Saatgutpackung (Fachpapiere P15 und P16).
Bedienung
Einsatzbereich (Privatgarten, Landwirtschaft, Erhaltung) und Ziel (eigenes Saatgut gewinnen, Vielfalt, einheitlicher Bestand, Ökolandbau) wählen. Im Packungscheck ankreuzen, was auf der Packung steht.
Was ausgegeben wird
Die Saatgutarten, geordnet nach Eignung, mit biologischem Nachbauverhalten, rechtlicher Lage und Ökolandbau. Der Packungscheck erklärt jede Angabe und warnt bei Widersprüchen, etwa Hybride bei Nachbauziel, GVO in Österreich, NGT oder chemisch-synthetische Beizung im Ökolandbau, geschützte Sorte außerhalb des privaten Bereichs.
Grenzen
Der Kompass ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Eignungsstufen sind vergleichende Einordnungen des Strangs, keine Sortenbewertung.
Werkzeug 10 — Netzwerkverzeichnis
Wozu
Verzeichnet Vereine, Netzwerke, Stiftungen, gemeinnützige Züchtung, Genbanken und Saatgutbetriebe im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus, mit Angeboten und Möglichkeiten zum Mitmachen.
Bedienung
Nach Land, Art und Suchbegriff filtern; „nur Organisationen zum Mitmachen“ blendet Betriebe und Genbanken aus.
Was ausgegeben wird
Je Organisation Land, Art, Gründungsjahr, Schwerpunkt, Angebote, Mitmachmöglichkeit, eine Kennzahl mit dem Vermerk „Angabe der Organisation“ und den Beleg.
Grenzen
Aufnahme ist keine Empfehlung. Kennzahlen stammen von den Organisationen selbst. Das Verzeichnis ist eine Auswahl und nicht vollständig; seit Fassung 3.0 umfasst es 55 Einträge und nennt regionale Zahlen zu Saatgutbibliotheken mit Stand und Quelle.
Werkzeug 11 — Genetik-Rechner
Wozu
Rechnet, wie viel genetische Vielfalt ein Bestand durch Drift verliert, wie groß die effektive Population wirklich ist, wie viele Pflanzen eine Stichprobe braucht und was wiederholte Regeneration kostet (Fachpapier P14).
Bedienung
Vier Abschnitte mit Zahlenfeldern: effektive Populationsgröße und Generationen; männliche und weibliche Pflanzen sowie Pflanzenzahlen je Generation; Befruchtungssystem, Allelhäufigkeit, Sicherheit und Pflanzenzahl; Pflanzen je Regeneration, Abstand und Zeitraum.
Was ausgegeben wird
Erhaltene Heterozygotie, Verlust je Generation, Halbierungszeit und eine Kurve mit Vergleichskurven für Ne 10, 50, 100 und 500; Ne bei ungleichem Geschlechterverhältnis und als harmonisches Mittel; nötige Pflanzenzahl und Erfassungswahrscheinlichkeit; Heterozygotie nach wiederholter Regeneration für eine ideale Population und für Ne/N = 0,2. Darunter die Richtwerte mit Belegen.
Grenzen
Die Formeln gelten für idealisierte Populationen ohne Selektion, Mutation und Zuwanderung. Das
Verhältnis Ne/N ist in der Praxis unsicher. Der Rechenkern wird bei jedem Lauf von
05_BUILD/nachrechnen.py gegen eine unabhängige Umsetzung geprüft.
Werkzeug 12 — Handlungskompass
Wozu
Verbindet den Befund zum menschengemachten Verlust der Vielfalt mit dem, was Einzelne, Gemeinden, Betriebe, Vereine und Politik tun können (Fachpapier P18, Standpunkt S01).
Bedienung
Oben der Befund mit Kennzahlen und ihrer Lesart, die fünf Treiber und die wissenschaftlichen Streitpunkte. Darunter Akteur und Art des Wirkungsbelegs wählen; Maßnahmen mit „in meinen Plan“ auswählen und den Plan als Textdatei sichern.
Was ausgegeben wird
Je Maßnahme Beschreibung, Wirkungsbeleg (belegt, fachlich plausibel, Rahmenbedingung), Aufwand, betroffener Treiber und Quelle; am Ende der politische Rahmen.
Grenzen
„Belegt“ heißt: eine Studie oder Metaanalyse stützt die Wirkung; „plausibel“ heißt fachlich begründet, aber nicht gemessen. Der Kompass wertet nicht zwischen den Akteuren. Die Wertung steht im Standpunkt S01.
Werkzeug 13 — Normenregister
Wozu
Listet die Rechtsgrundlagen des Strangs auf Ebene des Völkerrechts, der Union und Österreichs mit Gegenstand, Stand und dem Fachpapier, das sie behandelt.
Bedienung
Nach Ebene, Fachpapier und Suchbegriff filtern; der Titel führt zur Quelle.
Was ausgegeben wird
Eine Tafel mit Ebene, Norm, Jahr, Prüfstatus, Gegenstand, Stand und Papieren.
Grenzen
Das Register ordnet ein und ersetzt keine Rechtsberatung. Der Rechtsstand ist der Stand der
Datenschicht. Das Werkzeug zeigt die deutsche Fassung; das Register in beiden Sprachen liegt als
Anhang N01 unter 03_FACHPAPIERE/ (Normenregister, Legal register) vor.
Arbeitsvorlagen
Wozu
Die Werkzeuge rechnen und ordnen ein; die Vorlagen halten fest, was im Betrieb einer Sammlung geschieht. Sie sind die Brücke zwischen Fachpapier P11 (Passdaten und Aufnahme) und der Praxis eines Vereins, einer Saatgutbibliothek oder einer Schule.
| Vorlage | Wofür | Wann |
|---|---|---|
| Aufnahmebogen | Kennung, Herkunft, Zugangsnachweis, Zustand bei Eingang, Erhaltung (Blöcke A, B, C) | einmal je Muster, beim Eingang |
| Lagerbuch | Prüfung, Entnahme, Abgabe, Vermehrung, Duplizierung, Umlagerung | eine Zeile je Vorgang |
| Rückgabeformular | Rückfluss vermehrten Saatguts aus einem Netzwerk | mit jeder Rückgabe |
Bedienung
Unter 01_EXTERN/vorlagen/ liegt jede Vorlage zweifach:
*.csv— zwei Kopfzeilen: Feldnamen und deutsche Bezeichnung, Pflichtfelder mit Stern. Vor der Übernahme in eine Datenbank die zweite Zeile löschen. Trennzeichen Strichpunkt, Zeichensatz UTF-8 mit Kennung. Öffnet sich in Tabellenprogrammen mit korrekten Umlauten. Feldnamen in Großbuchstaben entsprechen den Multi-Crop Passport Descriptors V.2.1, Feldnamen in Kleinbuchstaben sind eigene Ergänzungen.*-druck.html— im Browser öffnen und drucken (A4). Pflichtfelder sind farbig markiert.
Grenzen
Die Vorlagen ersetzen keine Datenbank. Ab etwa einigen hundert Akzessionen lohnt eine Sammlungssoftware, die dieselben Feldnamen verwendet; dann lassen sich die CSV-Dateien unmittelbar übernehmen. Block A des Aufnahmebogens bleibt nach der Aufnahme unverändert; Korrekturen werden als Vermerk ergänzt, nicht überschrieben.
Änderungen einpflegen
- Wert in der betreffenden Datei unter
02_INTERN/daten/ändern. Beleg und Stand mitändern. python3 05_BUILD/bauen.py .— erzeugt Loader, beide Profile und den Hochladeordner und prüft die Hausregeln.python3 05_BUILD/grafiken.py .— erzeugt die Abbildungen neu, falls betroffene Zahlen geändert wurden.node 05_BUILD/rendertest.js .— öffnet jede erzeugte Datei kopflos und meldet Konsolenfehler oder leere Ausgaben.python3 05_BUILD/anhang.py .— erzeugt Vorlagen und Glossar neu, fallsvorlagen.jsonoderglossar.jsongeändert wurden.node 05_BUILD/setzen.js .— setzt die Fachpapiere als PDF neu, falls ein Papier geändert wurde; danachpython3 05_BUILD/zenodo.py .für den Hochladeordner der Hinterlegung.bash 05_BUILD/pruefen.sh— Pflichtdateien, Ordnerregeln, tote Platzhalter, PDFs nicht älter als ihre Quelle, Umlautschreibung der sichtbaren Texte.bash 05_BUILD/sichern.sh— Manifest, Archiv und Prüfung des Archivs.
Einfacher: bash 05_BUILD/lauf.sh . führt alle Schritte in fester Reihenfolge aus.
Der Loader unter 02_INTERN/erzeugt/ wird nie von Hand geändert.
Lizenz
Werkzeuge, Vorlagen, Quelltext und Datenschichten: MIT. Die Texte des Strangs (Fachpapiere, dieses
Handbuch) bleiben beim Verfasser, alle Rechte vorbehalten. Einzelheiten in
04_META/verwertung.md.