Verfügung über das Erdsystem · Syntagma Forschung
U2 — Externe Kosten: was Bewertung leistet und wo sie endet
TEIL A — DEUTSCH
1. Fragestellung
Externe Kosten sind Folgen außerhalb der Bilanzgrenze des Verursachers. Die Bewertungsfrage lautet nicht „Was ist die Natur wert?", sondern: Welche Zahl entsteht aus welcher Wertentscheidung, und was folgt daraus für die Zurechnung?
Das Unterpapier führt beide Positionen. Für die Bewertung spricht, dass ohne Preis kein Vergleich zwischen Alternativen und ohne Vergleich keine rationale Priorisierung knapper Mittel möglich ist. Gegen sie spricht, dass die Zahl überwiegend von Annahmen und nur nachrangig von Messdaten abhängt — was sie als Argument angreifbar und als Herrschaftsinstrument brauchbar macht.
2. Amtliche Kostensätze — der Stand
| Quelle | Gegenstand | Wert | Stand |
|---|---|---|---|
| Umweltbundesamt (DE), Handbuch Umweltkosten / Methodenkonvention | Treibhausgase, Emissionsjahr 2026 | 350 €₂₀₂₅/t CO₂ bei 1 % Zeitpräferenzrate | aktuell [V] |
| dasselbe | dieselbe Emission, andere Wertentscheidung | 1.000 €₂₀₂₅/t CO₂ bei 0 % Zeitpräferenzrate | aktuell [V] |
| UBA, Methodenkonvention 3.1 | Treibhausgase, Bezugsjahr 2020 | 195 €/t bei 1 % | 12/2020, überholt [V] |
| EU-Kommission (DG MOVE), Handbook on the external costs of transport | Unfall-, Luftschadstoff-, Klima-, Lärm-, Stau-, Habitatkosten für EU + CH/NO/JP | Kostensätze je Verkehrsträger | Version 2019 (1.1: 2020), weiterhin aktuellste Fassung [V] |
| US-EPA, gestützt auf Rennert et al. 2022 | social cost of carbon | 190 $/t CO₂ (2020er Dollar) bei 2 % Diskontsatz | Report 12/2023 [V] |
| Rennert et al. 2022, Nature 610:687–692 | dasselbe, GIVE-Modell | 185 $/t, Bandbreite 44–413 $ (5.–95. Perzentil) | 27.10.2022 [V] |
Nachtrag v1.1 — Österreich und Schweiz. In Österreich existiert kein amtlicher Schadenskostensatz je Tonne CO₂; das Umweltbundesamt Österreich rechnet in Report REP-0873 mit einem aus Edenhofer et al. 2019 übernommenen Korridor von 40–213 € (Preisbasis 2021) für das Jahr 2021 und 72–462 € für 2030. Der nationale CO₂-Preis (30 € 2022, 32,5 € 2023, 45 € 2024, 55 € 2025 je Tonne) ist ein Lenkungspreis und kein Schadenskostensatz — die beiden Größen werden in der Debatte regelmäßig verwechselt. Die Schweiz hat den Wechsel dagegen vollzogen: ARE, „Externe Effekte des Verkehrs 2021", Schlussbericht vom 16.12.2024 (INFRAS, Ecoplan), setzt 430 CHF je Tonne CO₂ für 2021 an, zuvor 140 CHF, gerechnet mit demselben GIVE-Modell wie das deutsche UBA. Folge: Die Klimakosten des Verkehrs verdreifachen sich, ein Anstieg von über 8 Mrd. CHF; die externen Kosten des Straßenverkehrs liegen 2021 bei knapp 22 Mrd. CHF, der Klimaschaden mit rund 7 Mrd. CHF ist größter Einzelposten. [V]
Der Vergleich Österreich–Schweiz zeigt die These dieses Kapitels an einem Fall: Dieselbe Tonne, dasselbe Jahr, benachbarte Länder — einmal ein Korridor ohne amtliche Festlegung, einmal 430 CHF. Der Unterschied liegt nicht in der Physik, sondern darin, ob eine Behörde den Wert festlegt und damit angreifbar wird.
3. Der Diskontsatz ist keine Rechengröße, sondern eine Verteilungsentscheidung
Derselbe physische Schaden, dieselbe Datenlage: 350 €/t bei 1 %, 1.000 €/t bei 0 % Zeitpräferenzrate. Der Faktor knapp drei entsteht allein aus der Frage, wie stark künftige Betroffene gegenüber heutigen abgewertet werden. [V]
In der US-Rechnung derselbe Befund: Senkung des Nahzeit-Diskontsatzes von 2 % auf 1,5 % hebt den Wert von 190 auf 340 $/t. [V] Rennert et al. verwenden ein dynamisches Ramsey-Discounting nach Newell et al. 2022 mit drei Raten (1,5 / 2,0 / 2,5 %) — die Bandbreite ist also im Modell selbst als Wertentscheidung angelegt, nicht als Messunsicherheit.
Praktische Konsequenz für W2 WAAGWERK: Der Diskontsatz gehört an die Oberfläche als Schalter mit sichtbarer Wirkung, nicht in eine Voreinstellung. Jede Bewertungsausgabe führt eine Sensitivitätstafel mit, die zeigt, wie stark das Ergebnis von der Wertentscheidung und wie schwach es von den Messdaten abhängt.
4. Die Zahl als politische Größe
Der social cost of carbon der US-Bundesverwaltung lag vor 2021 bei 1–7 $/t, danach bei 51 $/t, nach Rennert bei 190 $/t. Mit Executive Order 14154 vom 20.1.2025 wurde die zuständige Arbeitsgruppe aufgelöst; am 12.3.2025 kündigte die EPA an, den Wert zu überarbeiten oder abzuschaffen, mit interimistischem Rückgriff auf OMB Circular A-4 aus dem Jahr 2003. [V]
Das ist der Kernbefund dieses Kapitels: Eine Größe, die über zwei Größenordnungen politisch verschoben werden kann, ohne dass sich ein einziges physikalisches Datum ändert, ist kein Messwert. Sie ist ein Regelungsinstrument, das die Form eines Messwerts trägt — und genau deshalb wird um sie gekämpft.
5. Naturkapitalrechnung
- SEEA Ecosystem Accounting wurde von der UN-Statistikkommission im März 2021 (52. Session) als internationaler statistischer Standard angenommen: Rahmen und physische Konten als Standard, monetäre Konten nur als „international anerkannte Grundsätze und Empfehlungen". Über 34 Länder nutzen Ökosystemkonten.
[V] - Dasgupta Review (HM Treasury, Februar 2021): Aufrechterhaltung heutiger Lebensstandards erfordert rechnerisch 1,7 Erden.
[V] - Nachtrag v1.1: Die EU-Verordnung 691/2011 wurde am 6.12.2024 um ein Modul Ökosystemkonten erweitert (Ausdehnung über 12 Ökosystemtypen, Zustand über 9 Indikatoren, 7 Ökosystemleistungen). Die erste verpflichtende Übermittlung an Eurostat ist bis Ende Dezember 2026 für das Referenzjahr 2024 fällig. Die monetäre Bewertung ist in dieser Erweiterung bewusst nicht enthalten; vorgesehen ist zunächst eine Machbarkeitsstudie binnen 18 Monaten. Statistik Austria hat eine Methodenbeschreibung veröffentlicht (Rasterkarte 10×10 m, Basislayer Landbedeckung STATeo8).
[V]
Bemerkenswert ist die Konstruktion des Standards selbst: Die Statistikkommission hat die physische Rechnung verbindlich gemacht und die monetäre ausdrücklich nicht. Das ist dieselbe Trennlinie, die dieses Werk zieht — Mengen sind feststellbar, Preise sind gesetzt.
6. Grenzen der Monetarisierung
Vier Grenzen sind konstruktiv, nicht datenbedingt:
- Nicht substituierbare Verluste. Eine ausgestorbene Population ist nicht durch Geld ersetzbar; ein Preis suggeriert Tauschbarkeit, die nicht besteht.
- Irreversibilität. Kosten-Nutzen-Vergleiche setzen Rückholbarkeit voraus.
- Kipppunkte. Verteilungen mit schweren Rändern liefern keinen belastbaren Erwartungswert; der Erwartungswert ist dann die falsche Entscheidungsgröße.
- Aggregation. Die Summe über nicht vergleichbare Größen lässt Verluste in einem Bereich durch Gewinne in einem anderen verschwinden.
Belegstand zu Punkt 3 (Nachtrag v1.1, 2026-10-20). Die Debatte ist in drei Strängen dokumentiert und wird hier mit ihren Gegenpositionen geführt:
Fat tails. Weitzman (2009, Review of Economics and Statistics 91(1):1–19, DOI 10.1162/rest.91.1.1) zeigt, dass unter struktureller Unsicherheit über die Klimasensitivität die erwartete Grenznutzenfunktion divergieren kann, sodass die Zahlungsbereitschaft zur Vermeidung katastrophaler Ergebnisse unbegrenzt wird und die Standard-Kosten-Nutzen-Analyse ihre Anwendbarkeit verliert („Dismal Theorem"). Nordhaus (2011, REEP 5(2):240–257, DOI 10.1093/reep/req017) hält dagegen, dass das Ergebnis an engen Annahmen hängt (CRRA-Nutzen, unbegrenzter Grenznutzen) und die Beweislast nicht generell umkehrt. Weitere Beiträge des Symposiums: Pindyck (2011, REEP 5(2):258–274, DOI 10.1093/reep/req011) und Weitzman (2011, REEP 5(2):275–292, DOI 10.1093/reep/rer006); zur Übertragung auf den Kohlenstoffpreis Weitzman (2014, American Economic Review 104(5):544–546, DOI 10.1257/aer.104.5.544).
Kipppunkte. Dietz, Rising, Stoerk & Wagner (2021, PNAS 118(34):e2103081118, DOI 10.1073/pnas.2103081118) beziffern den Effekt acht geophysikalisch fundierter Kipppunkte auf den social cost of carbon mit rund +25 % im zentralen Szenario, bei einer Wahrscheinlichkeit von etwa 10 %, dass sich der Wert mehr als verdoppelt. Keen, Lenton, Garrett, Rae, Hanley & Grasselli (2022, PNAS 119(21):e2117308119, DOI 10.1073/pnas.2117308119) halten die verwendeten Schadensfunktionen für mit der naturwissenschaftlichen Literatur unvereinbar; die Erwiderung (PNAS 119(21):e2201191119, DOI 10.1073/pnas.2201191119) räumt ein, dass die Schätzung eine wahrscheinliche Untergrenze ist. Folgearbeiten: Moore et al. (2024, PNAS 121, DOI 10.1073/pnas.2410733121) zur Streuung über Modellstrukturen; zur AMOC-Abschwächung PNAS 2025, DOI 10.1073/pnas.2419543122.
Entscheidung unter tiefer Unsicherheit. Stern, Stiglitz & Taylor (2022, Journal of Economic Methodology 29(3):181–216, DOI 10.1080/1350178X.2022.2040740) halten die Grundlagen integrierter Bewertungsmodelle wie DICE angesichts immenser Risiken für methodisch unzureichend und fordern einen risiko- und transformationsorientierten Ansatz.
Plurale Werte statt eines Maßstabs. IPBES (2022, Summary for Policymakers of the Methodological Assessment Report on the Diverse Values and Valuation of Nature, DOI 10.5281/zenodo.6522392; Vollbericht DOI 10.5281/zenodo.6522522; angenommen auf IPBES-9, 3.–9.7.2022): Entscheidungen erfassen Natur bislang zu eng, weil kurzfristige Markt- und Instrumentalwerte dominieren; dokumentiert sind über 50 Bewertungsmethoden und drei Wertklassen (intrinsisch, relational, instrumentell).
Was daraus für dieses Werk folgt: Die Kritik entkräftet die Bewertung nicht, sie begrenzt ihre Reichweite. Wo die Schadensverteilung schwere Ränder hat, ist der Erwartungswert die falsche Entscheidungsgröße, und das ist eine Aussage über das Entscheidungsverfahren, nicht über die Datenlage. [V]
Alternativen zur Geldzahl, die ohne diese Grenzen auskommen: Mengenobergrenzen, Verbote, Verfahrensrechte, Haftungsregeln, Sicherheitsleistungen. Sie sind keine schlechteren Instrumente, sondern die angemessenen, sobald der Gegenstand nicht tauschbar ist. In W2 wird das als Verweigerungsfeld abgebildet: begründete Ausgabe „nicht monetarisierbar" plus Mengen- und Irreversibilitätsangabe statt einer Zahl.
7. Verteilung: ökologisch ungleicher Tausch
- Hickel, Dorninger, Wieland & Suwandi 2022 (Global Environmental Change 73:102467): Nettoabfluss aus dem globalen Süden 2015 gemessen in Nordpreisen 14,1 Billionen US-Dollar; über den Zeitraum 1990–2015 übersteigen die Verluste die empfangene Entwicklungshilfe um Faktor 30. Ressourcenäquivalente: 29 % der Landnutzung, 11 % der Energie, 34 % der Arbeit des Nordens.
[V] - Weitere Arbeiten: Hickel, Sullivan & Zoomkawala 2021; Dorninger et al. 2021; Hickel, Hanbury Lemos & Barbour 2024 (Nature Communications 15:6298).
[V]
Gegenargumente, ernst geführt: Die 14,1-Billionen-Zahl ist bewertungsabhängig — sie entsteht durch Bewertung südlicher Exporte zu Nordpreisen und misst insofern eine Preisdifferenz, nicht einen physischen Entzug. Dorninger & Hornborg 2015 fragen, ob EE-MRIO-Analysen ungleichen Tausch überhaupt nachweisen können; Martinez-Alier et al. 2016 halten die Länderebene für zu grob, weil innerstaatliche Verteilung unsichtbar bleibt; Hornborg 1998/2009 verweist darauf, dass Entropieveränderungen entlang der Kette nicht erfasst werden. [V]
Für dieses Werk ist der belastbare Teil die physische Rechnung — Land, Energie, Material, Arbeitsstunden — nicht die Geldsumme. Damit steht der Befund auf derselben Grundlage wie der Rest des Werks: Mengen tragen, Preise sind Interpretation.
8. Subventionen — externe Kosten mit umgekehrtem Vorzeichen
| Quelle | Abgrenzung | Betrag |
|---|---|---|
| IWF 2023 (WP/23/169) | explizit + implizit (Preislücke plus nicht eingepreiste externe Kosten), 170 Länder | 7,0 Bio. $ (2022), davon explizit 1,3 Bio. $ (~1,3 % des globalen BIP) [V] |
| dasselbe, Länder 2022 | — | China 2,2 Bio., USA 760 Mrd., Russland 420 Mrd., Indien 350 Mrd. $ [V] |
| OECD-Inventar | direkte Transfers + Steuervergünstigungen, 51 Ökonomien | 428 Mrd. $ (2022) [V] |
| IEA | Verkauf unter Referenzpreis, 82 Länder | 1.127 Mrd. $ (2022) [V] |
| EU-Kommission, COM(2023) 651 / EEA | fossile Subventionen EU | 57–62 Mrd. € (2015–2021), 2022 mehr als verdoppelt, rund 111 Mrd. € (2023); davon 48 % ohne Enddatum [V] |
| WIFO (AT), Endbericht 12/2022 im Auftrag des BMK | klimakontraproduktive Förderungen Österreich | 4,1–5,7 Mrd. € jährlich, davon 61 % Verkehr (davon rund drei Viertel Straßenverkehr); Vorgängerstudie 2016: 3,8–4,7 Mrd. € (Ø 2010–2013) [V] |
Die Spannweite zwischen 428 Mrd. und 7 Bio. $ ist kein Datenstreit, sondern ein Abgrenzungsstreit: Die höhere Zahl rechnet nicht eingepreiste externe Kosten als Subvention. Beide Zahlen sind in ihrem jeweiligen Rahmen korrekt. Wer nur eine nennt, hat die Bilanzgrenze bereits entschieden — genau der Mechanismus, den U1 als Entkopplungstechnik führt.
9. Zwischenergebnis
Monetarisierung ist brauchbar für Vergleiche innerhalb einer Klasse gleichartiger, ersetzbarer Güter und für die Sichtbarmachung von Subventionen. Sie ist untauglich als Letztentscheidung über nicht substituierbare oder irreversible Größen, und sie ist manipulierbar an drei Stellen: Diskontsatz, Bilanzgrenze, Abgrenzung dessen, was überhaupt als Kosten zählt. Deshalb gilt für W2 WAAGWERK die Regel: jede Zahl mit Sensitivitätstafel, jede Wertentscheidung als sichtbarer Schalter, und dort, wo Monetarisierung unzulässig ist, eine begründete Verweigerung statt eines Werts.
Stand des Werkzeugs (2026-10-20): W2 WAAGWERK ist gebaut und liegt unter plattform/. Es führt acht Kostensatzwerke (UBA 1 % und 0 %, österreichischer Korridor unten und oben, nationaler CO₂-Preis zum Vergleich, Schweiz, US-EPA bei 2 % und bei 1,5 %), rechnet jede Zusammenstellung gleichzeitig in allen vier Bilanzrahmen, zinst nach wählbarer Zeitpräferenzrate ab und stellt in der Sensitivitätstafel die Spreizung durch Wertentscheidungen der Spreizung durch Mengenunsicherheit gegenüber. Währungen werden nicht umgerechnet, weil ein Wechselkurs eine weitere unsichtbare Annahme wäre.
PART B — ENGLISH
1. Question
External costs are consequences falling outside the polluter's accounting boundary. The valuation question is not what nature is worth, but which number follows from which value choice, and what that implies for attribution. Both positions are carried: without prices there is no comparison and no rational prioritisation of scarce means; but the number depends mainly on assumptions and only secondarily on measurement, which makes it contestable as an argument and useful as an instrument of power.
2. Official cost rates
German Federal Environment Agency, current: €350₂₀₂₅ per tonne CO₂ for 2026 emissions at a 1 % rate of time preference, and €1,000₂₀₂₅ for the same tonne at 0 % (earlier Methodological Convention 3.1, 2020: €195/t). EU: Handbook on the external costs of transport, version 2019 (1.1, 2020), CE Delft-led for DG MOVE, still the current edition. US EPA: $190/t CO₂ at a 2 % discount rate (2023 report), based on Rennert et al. 2022 (Nature 610:687–692), whose preferred value is $185/t with a 5th–95th percentile range of $44–413. Addendum v1.1: Austria has no official damage cost rate — the Austrian Environment Agency works with a corridor of €40–213 (2021 prices) in report REP-0873, and the national carbon price (€30/32.5/45/55 per tonne for 2022–2025) is a steering price, not a damage cost. Switzerland made the switch: the Federal Office for Spatial Development's "External effects of transport 2021" (final report 16 Dec 2024, INFRAS and Ecoplan) sets CHF 430 per tonne CO₂ for 2021, up from CHF 140, using the same GIVE model as the German agency; transport climate costs tripled, rising by more than CHF 8 bn, with road transport externalities near CHF 22 bn. Same tonne, same year, neighbouring countries: the difference is not physics but whether an authority commits to a number and thereby becomes contestable. [V]
3. The discount rate is a distributional choice
Same damage, same data: €350/t at 1 %, €1,000/t at 0 %. In the US calculation, lowering the near-term rate from 2 % to 1.5 % raises the value from $190 to $340/t. Rennert et al. build the range into the model itself as three rates (1.5 / 2.0 / 2.5 %) — a value choice, not measurement error. Hence the rule for W2 WAAGWERK: the discount rate is a visible control with a displayed effect, and every output carries a sensitivity table showing how strongly the result depends on the value choice and how weakly on the data. [V]
4. The number as a political quantity
The US federal social cost of carbon stood at $1–7/t before 2021, then $51, then $190. Executive Order 14154 (20 Jan 2025) disbanded the working group; on 12 Mar 2025 the EPA announced it would revise or abolish the value, falling back on OMB Circular A-4 of 2003. [V] A quantity that can be moved two orders of magnitude politically without a single physical datum changing is not a measurement. It is a regulatory instrument shaped like one — which is precisely why it is fought over.
5. Natural capital accounting
The UN Statistical Commission adopted SEEA Ecosystem Accounting in March 2021, with the framework and physical accounts as the standard and monetary accounts only as internationally recognised principles and recommendations; over 34 countries now use ecosystem accounts. The Dasgupta Review (HM Treasury, Feb 2021) put the maintenance of current living standards at 1.7 Earths. [V] No specific Austrian ecosystem account was sourced. [P] The Commission's own construction draws the same line this work draws: quantities can be established, prices are set.
6. Limits of monetisation
Four limits are structural rather than data-driven: non-substitutable losses, irreversibility, tipping points whose fat-tailed distributions yield no usable expected value, and aggregation across incommensurable quantities. On the third point the evidence is now in (addendum v1.1): Weitzman (2009, REStat 91(1):1–19, DOI 10.1162/rest.91.1.1) on divergent expected marginal utility under structural uncertainty, with Nordhaus (2011, REEP 5(2):240–257, DOI 10.1093/reep/req017) replying that the result rests on narrow assumptions, alongside Pindyck (2011, DOI 10.1093/reep/req011) and Weitzman (2011, DOI 10.1093/reep/rer006; 2014, AER 104(5):544–546, DOI 10.1257/aer.104.5.544); Dietz, Rising, Stoerk & Wagner (2021, PNAS 118(34):e2103081118, DOI 10.1073/pnas.2103081118) putting tipping points at about +25 % on the social cost of carbon with a roughly 10 % chance of more than doubling it, contested by Keen et al. (2022, DOI 10.1073/pnas.2117308119) and conceded as a probable lower bound in the reply (DOI 10.1073/pnas.2201191119), with Moore et al. (2024, DOI 10.1073/pnas.2410733121) and an AMOC study (2025, DOI 10.1073/pnas.2419543122) following; Stern, Stiglitz & Taylor (2022, Journal of Economic Methodology 29(3):181–216, DOI 10.1080/1350178X.2022.2040740) on the inadequacy of integrated assessment models under immense risk; and the IPBES Values Assessment (2022, DOI 10.5281/zenodo.6522392) on plural values and the over-narrow dominance of short-term market and instrumental values. The critique does not refute valuation; it bounds its reach. Where the damage distribution has fat tails, the expected value is the wrong decision quantity — a statement about the decision procedure, not about the data. [V] Alternatives that avoid these limits — caps, bans, procedural rights, liability rules, financial security — are not inferior instruments but the appropriate ones once the object is not tradable. W2 implements this as a refusal field.
7. Ecologically unequal exchange
Hickel, Dorninger, Wieland & Suwandi (2022) put the 2015 net drain from the global South at US$14.1 trillion measured in Northern prices, exceeding aid received over 1990–2015 by a factor of 30, with resource equivalents of 29 % of Northern land use, 11 % of energy and 34 % of labour; further work in Hickel et al. 2021, Dorninger et al. 2021 and Hickel et al. 2024 (Nature Communications 15:6298). Counter-arguments taken seriously: the dollar figure is valuation-dependent (Northern prices), so it measures a price differential rather than a physical withdrawal; Dorninger & Hornborg (2015) question whether EE-MRIO can demonstrate unequal exchange at all; Martinez-Alier et al. (2016) find the country unit too coarse; Hornborg (1998, 2009) notes that entropy changes along the chain are not captured. [V] The robust part for this work is the physical account — land, energy, material, labour hours — not the monetary sum.
8. Subsidies: external costs with the sign reversed
IMF (2023, WP/23/169): $7.0 trillion in 2022 including implicit subsidies, of which $1.3 trillion explicit (~1.3 % of global GDP; China $2.2 tn, US $760 bn, Russia $420 bn, India $350 bn). OECD inventory: $428 billion (2022, 51 economies). IEA: $1,127 billion (2022, 82 countries). EU (COM(2023) 651 / EEA): €57–62 bn 2015–2021, more than doubling in 2022, about €111 bn in 2023, 48 % of it with no end date. Austria (WIFO final report, Dec 2022, for the climate ministry): €4.1–5.7 bn per year in climate-counterproductive subsidies, 61 % of it transport, about three quarters of that road; predecessor study 2016: €3.8–4.7 bn (2010–2013 average). [V]
The gap between $428 bn and $7 tn is a boundary dispute, not a data dispute: the larger figure counts un-priced external costs as subsidy. Both are correct within their frame; quoting only one has already settled the accounting boundary.
9. Interim finding
Monetisation is useful for comparisons within a class of substitutable goods and for making subsidies visible. It is unusable as a final decision rule over non-substitutable or irreversible quantities, and it is manipulable at three points: the discount rate, the accounting boundary, and the definition of what counts as a cost at all. Hence the W2 rule: every figure with a sensitivity table, every value choice as a visible switch, and a reasoned refusal where monetisation is not admissible.